Wirtschaft : Trinkaus hat Interesse an der WestLB HSBC will zur Konkurrenz aufschließen

Düsseldorf - Die Privatbank HSBC Trinkaus will mit einer Übernahme von Teilen der WestLB im Geschäft mit Firmenkunden zu den Branchenführern Commerzbank und Deutsche Bank aufschließen. HSBC Trinkaus habe das Interesse an Bereichen der vor der Zerschlagung stehenden Landesbank „konkretisiert“ und befinde sich in „konstruktiven und vertrauensvollen“ Gesprächen mit dem WestLB-Vorstand, sagte Vorstandschef Andreas Schmitz am Montag. Im Geschäft mit Firmenkunden des gehobenen Mittelstands könne HSBC Trinkaus mit der Übernahme wohl zu den „Top Drei“ in Deutschland gehören. HSBC Trinkaus könne zudem weitere Zukäufe in Augenschein nehmen – „wenn sie passen“, unterstrich Schmitz.

HSBC Trinkaus hat Finanzkreisen zufolge begonnen, die Bücher des Bereichs Firmenkunden und Strukturierte Finanzierungen der WestLB zu prüfen. Die Landesbank steuert nach einem langen Streit um öffentliche Beihilfen mit der EU-Kommission auf ihre Aufspaltung zu. HSBC Trinkaus könne den Kunden zeigen, dass es in Düsseldorf eine Alternative zu „mancher Frankfurter Bank“ gebe, sagte Schmitz.

Im ersten Halbjahr verdiente HSBC Trinkaus deutlich mehr als noch vor Jahresfrist. Der Gewinn vor Steuern kletterte um 11,2 Prozent auf 127,4 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 85,3 (Vorjahr: 78,0) Millionen Euro – trotz Neueinstellungen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg erstmals auf über 2500 Menschen. HSBC Trinkaus habe zudem kaum Engagements in den Euro-Krisenstaaten, sagte Vorstand Paul Hagen. Für das zweite Halbjahr hält Schmitz eine Prognose für „nicht einfach“. Die nächsten Monate würden zeigen, ob HSBC Trinkaus das Ziel erreichen könne, das Rekordjahr 2010 zu übertreffen. Im vergangenen Jahr hatte die Bank einen Überschuss von rund 140 Millionen Euro erzielt. rtr

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