Wirtschaft : Trotz der Fusion soll der Erfolg sicher sein - Werbekampagne gestartet

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Die Börsen in Frankfurt (Main) und London mögen fusionieren, die Berliner Wertpapierbörse will ihren eingeschlagenen Weg weitergehen und ist dabei nach eigener Aussage sehr erfolgreich. Seit 1997 stieg der Gesamtumsatz von 120 Milliarden Euro auf 169,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, so am Mittwoch der Geschäftsführer der Berliner Wertpapierbörse, Jörg Walter, vor der Presse. Rund ein Viertel aller in Deutschland getätigten Geschäfte außerhalb Frankfurts würden nun in Berlin vollzogen, das sich damit unter den deutschen Regionalbörsen auf Platz zwei vorgeschoben habe. Walter lehnt allerdings die Klassifizierung als Regionalbörse ab. "Wir sind eine Spezialbörse". Die Berliner Wertpapierbörse handele mit rund 8200 Werten aus über 60 Ländern und gelte weltweit als die Börse mit den meisten Titeln. Alle Nasdaq-Werte werden in Berlin notiert. Insgesamt kommen sogar 5200 Werte aus den USA und 150 aus Osteuropa, vornehmlich aus Russland. Die Zahl der Maklerfirmen in Berlin ist von sieben im Jahr 1996 auf mittlerweile 32 gestiegen.

Nun wollen die Berliner mit einer Kampagne in Zeitungen ihre Vorzüge herausstellen und vor allem private Anleger ansprechen. "Wir sind in der Lage, den privaten Anlegern ein attraktives Angebot zu machen", so Walter. Dazu zählt nach seinen Worten die sehr schnelle Orderausführung, die durch die Makler garantiert wird, die das Orderbuch führen. Diese gehen gegebenfalls selbst ins Risiko und stellen marktgerechte Preise her. Bereits ab einer Aktie ist in Berlin ein variabler Handel möglich. Vom 2. Juni an kann in der Zeit von 9 Uhr bis 20 Uhr gehandelt werden und Walter schließt nicht aus, dass die Handelszeit noch in diesem Jahr bis 22 Uhr verlängert wird, so dass die hiesigen Handelszeiten mit denen der Wall Street korrespondieren können. An einem Servicetelefon mit der Nummer 0180 1 887 777 werden künftig während der Börsenzeit die Fragen der Anleger beantwortet. Daneben präsentiert sich der Berliner Platz unter www.berlinerboerse.de im Internet und gibt einen sogenannten Newsletter heraus.

Wer allerdings erwartet, im Börsensaal im Ludwig-Erhard-Haus ein Spiegelbild der gesteigerten Aktivitäten zu finden, wird enttäuscht werden. "Wir sind eine voll computerisierte Börse, die auf Präsenz keinen Wert mehr legt", erklärte Walter.

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