Wirtschaft : Übernahme: Bayer wappnet sich gegen Feinde

Maren Peters

Das Rennen ist entschieden. Der Bayer-Konzern wird Aventis die Pflanzenschutzsparte abkaufen. Auch wenn der Preis noch geheim ist - fest steht, dass Bayer soeben den teuersten Deal seiner Unternehmensgeschichte hinter sich gebracht hat. Der Einsatz lohnt sich und war lange überfällig. Denn anders als Aventis hat sich Bayer dafür entschieden, nicht auf eine Kernkompetenz zu setzen, sondern ein Mischkonzern mit vier verschiedenen Sparten zu bleiben. Das macht allerdings nur dann Sinn, wenn diese Sparten etwa gleich stark sind. Bislang war das nicht der Fall: Vor allem das Geschäft mit den Unkrautvernichtungsmitteln, bei denen Aventis Crop-Science zu den drei größten Anbietern weltweit zählt, fehlte den Leverkusenern bislang noch im Sortiment. Nach der Übernahme der Crop-Science steigt Bayer weltweit zur Nummer zwei der Branche auf. Das wird sich auf den Aktienkurs kaum auswirken. Sinn macht das Engagement nur langfristig: Der Pflanzenschutzmarkt stagniert zwar zurzeit, aber es gibt keinen Anhaltspunkt, dass der Bedarf an Pflanzenschutzmitteln sinkt. Mit dem weltweit intensiver werdenden Anbau wird auch der Bedarf an Unkrautvernichtern und Schädlingskämpfungsmitteln steigen. Gelohnt hat sich der Kauf aus einem anderen Grund: Mit Crop Science stärkt Bayer seine Abwehrkräfte gegen eine feindliche Übernahme.

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