Wirtschaft : Übernahme der Dresdner Bank: Allianz bietet 23 Milliarden Euro

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Die Allianz will die Dresdner Bank übernehmen und den zweitgrößten Finanzkonzern Europas schaffen. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen haben dem Vorhaben am Wochenende zugestimmt. Die Allianz werde den Dresdner-Aktionären für je zehn Anteilsscheine eine Aktie der Allianz sowie 200 Euro in Bar anbieten, hieß es in einer Pflichtmitteilung. Die Allianz hält bereits knapp 22 Prozent an der Dresdner Bank. Das Übernahmeangebot bewertet die Dresdner-Aktie mit 53,13 Euro. Das ist bezogen auf die Kurse der Aktie vor den Berichten über das Vorhaben eine Prämie von etwa 15 Prozent bedeutet. Insgesamt hat das Angebot damit einen Wert von gut 23 Milliarden Euro. Einen Personalabbau soll es den Plänen zufolge nicht geben.

Das neue Allfinanz-Unternehmen wird Finanzdienstleistungen von Versicherungen über Bankdienste bis hin zu Investmentprodukten anbieten. Der Konzern verwaltet ein Vermögen von mehr als 1000 Milliarden Euro und dürfte gemessen am Börsenwert der zweitgrößte Finanzkonzern in Europa sein. Die Pläne sollen im Detail an diesem Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Frankfurt vorgestellt werden.

Der Vorstandsvorsitzende der Allianz, Henning Schulte-Noelle, erklärte, die Partnerschaft mit der Dresdner Bank sei die gemeinsame Antwort von Allianz und Dresdner Bank auf die Herausforderungen des Marktes. Der Vorstandssprecher der Dresdner Bank, Bernd Fahrholz, sagte, die Kunden erwarteten Zugang zu einem umfassenden Angebot an Dienstleistungen. Deshalb bündelten beide Unternehmen ihre Kräfte. Pläne der Übernahme waren am Donnerstag bekannt geworden. Der Versicherungskonzern und die drittgrößte deutsche Bank hatten daraufhin bestätigt, dass sie einen Allfinanzkonzern planen.

Ein Teil der Finanzierung der Übernahme müsse durch eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen geschaffen werden, hieß es am Sonntag. "Unsere Aktionäre werden nicht zur Kasse gebeten", betonte aber Schulte-Noelle. Er soll auch Vorstandsvorsitzender des neuen Allfinanzkonzerns werden. Dresdner-Chef Fahrholz soll stellvertretender Vorstandschef werden. In den Vorstand sollen ferner Leonhard Fischer und Horst Müller berufen werden.

Die Allianz will im Rahmen der Übernahme der Dresdner Bank ihre Überkreuzbeteiligungen abbauen und wird damit möglicherweise den Startschuss zu einer Entflechtung der deutschen Finanzbranche geben. Der Versicherungskonzern teilte am Sonntag mit, zur Finanzierung des Übernahmeangebotes an die Dresdner-Aktionäre solle unter anderem ihre Beteiligung an der Hypo-Vereinsbank von 13,55 Prozent an die Münchener Rück abgegeben werden. Dafür werde der weltgrößte Rückversicherer seinen rund 40-prozentigen Anteil an dem Lebensversicherer Allianz Leben an die Allianz abgeben, die bereits über die Mehrheit an dem Lebensversicherer verfügt.

Die Dresdner Bank bleibt erhalten. Lediglich das Investmenttochter-Unternehmen Dresdner KleinwortWassertstein (DKW) in London soll rasch verselbstständigt und in den nächsten Jahren an die Börse gebracht werden. Vor einem Jahr war die Fusion von Deutscher und Dresdner Bank daran gescheitert, dass die Dresdner an ihrer Investmentbank festhalten wollte. Die Allianz teilte mit, dass das Firmenkundengeschäft beim Konzern bleibe.

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