Wirtschaft : Übernahmeangebot: Invensys legt Offerte für Baan vor - Briten wollen Software-Haus sanieren

fmd/smd

Das britische Industrieunternehmen Invensys Plc. hat den Aktionären des angeschlagenen niederländischen Softwarehauses Baan N.V., Putten, eine Übernahmeofferte vorgelegt. Pro Aktie bietet Invensys 2,85 Euro, was einer Bewertung von 690 Millionen Euro entspricht. Geradezu enthusiastisch reagierten die Anleger in Amsterdam auf das Angebot. Der Baan-Kurs stieg nach Bekanntgabe um 28 Prozent auf 3,35 Euro. Dagegen sackten Invensys um 8,85 Prozent auf 242 Pence ab. Marktteilnehmer befürchteten, dass es dem Management nicht gelingt, Baan in die schwarzen Zahlen zu führen.

Das Baan-Management sowie der Aufsichtsrat haben sich bereits für die Annahme des Angebots ausgesprochen. Wie es hieß, soll Invensys bereits die Zusage der Baan-Großaktionäre haben. Invensys strebt mit dem Erwerb eine führende Position im Software-Bereich für Prozessautomatisierung und Kontrolltechnik an. Baan soll Bestandteil der Sparte Software und Systeme werden, die zwei Milliarden US-Dollar umsetzt. Invensys ist in der Prozess- und Kontrolltechnik sowie in der Energieversorgung tätig und setzt 6,92 Milliarden Dollar um.

Mit der Übernahme endet eine Leidenszeit für das ehemalige Vorzeigeunternehmen Baan. Weitere Einschnitte sind vorgesehen. Invensys hat einen Sanierungsplan ausgearbeitet, nach dem man sich von 1000 Mitarbeitern trennen will. Die Restrukturierung wird 400 Millionen Dollar kosten. Die Briten planen, mit dem Baan-Geschäft eine Umsatzrendite von zehn Prozent zu erzielen. Binnen eines Jahres soll die Gewinnschwelle überschritten werden. Finanzkreise hatten den Bankrott von Baan für unvermeidbar gehalten. Vor gut zwei Jahren war das Papier noch 49 Euro wert. Technologisch hat der Software-Hersteller viel zu bieten, meinen Experten. Baan mauserte sich zur Nummer zwei Europas und galt als ernsthafter SAP-Konkurrent. In den 90-er Jahren stieg Baan zu einem Weltkonzern mit 6000 Mitarbeitern auf. Kurs und Ergebnis waren jedoch seit Monaten auf Talfahrt, bedingt durch den Verdacht auf Bilanzfälschung und den Vorwurf unklarer Strukturen.

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