UMFRAGE : Topmanager sind gelassen

BANKEN IM FOKUS

Sechs von zehn deutschen Topmanagern glauben, dass die deutsche Wirtschaft von der Finanzkrise „weniger stark oder gar nicht betroffen“ ist. Das ist das überraschende Ergebnis einer am Montag in Berlin vorgestellten Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD). Die vor einer Woche abgeschlossene Umfrage unter fast 650 Führungskräften aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung konnte die jüngste Zuspitzung allerdings noch nicht abbilden. „Wenn der Finanzmarkt aus dem Ruder läuft, wird sich die Stimmung verschlechtern“, sagte IfD-Chefin Renate Köcher. 70 Prozent der im Auftrag der Zeitschrift „Capital“ Befragten glauben denn auch, dass den Banken das Schlimmste noch bevorsteht. Als Ursachen für die Probleme der Geldhäuser macht die Elite vor allem die mangelnde Risikoanalyse, fehlende Kontrollen und zu große Waghalsigkeit der Banker aus. Renditezwänge am Kapitalmarkt seien hingegen zweitrangig. Uneins sind sich die Befragten, ob der Staat in Not geratenen Banken helfen sollte. 46 Prozent seien dafür, ebenso viele dagegen.

GUTE AUFTRAGSLAGE

„Der Optimismus der Firmenchefs scheint unverwüstlich“, interpretiert das Elite-Panel die Umfrageergebnisse. Daran hätten auch der rasante Anstieg des Eurokurses, die Verteuerung des Öls und die Finanzkrise nichts Wesentliches geändert. Die Wirtschaft hat einen guten Grund: Die Auftragsbücher sind so voll wie lange nicht. 79 Prozent der Topmanager berichten von einer „sehr guten“ oder „guten“ Auftragslage ihres Unternehmens. „Das polstert die Unternehmen“, sagte IfD-Chefin Köcher. Entsprechend positiv fallen die Konjunkturprognosen aus. 36 Prozent der Chefs erwarten, dass es weiter aufwärts geht. mot

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