Umfrage zur Kinderbetreuung : Ohne die Eltern geht es nicht!

Berliner Senat und Kammern fragen Betriebe, wie familienfreundlich sie sind. Die eigentlich Betroffenen bleiben aber außen vor - eine vertane Chance. Ein Kommentar.

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Wohin mit den Kleinen, wenn die Großen arbeiten?
Wohin mit den Kleinen, wenn die Großen arbeiten?Foto: Sonja Marzoner/dpa

Die Initiative ist gut gemeint, die die Bildungssenatorin mit der Berliner Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer auf den Weg gebracht hat: eine stadtweite Umfrage, die Daten zur Betreuungssituation nicht schulpflichtiger Kinder erhebt.

Während die Politik die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schon seit geraumer Zeit einfordert, gibt es offenbar immer noch Ungewissheit darüber, ob und wie der Wunsch vor allem in mittelständischen Betrieben Niederschlag gefunden hat. Man darf gespannt sein, was bei der Umfrage herauskommt und wie ehrlich die Teilnehmer die Lage ihrer Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung einschätzen – und darf hoffen, dass sich möglichst viele Geschäftsführer und Firmeninhaber beteiligen.

Ob sich anhand dieser Daten der tatsächliche Bedarf flexibler Kinderbetreuung bemessen lässt, ist jedoch fraglich. Denn jedes Unternehmen, jede Branche folgt eigenen Regeln – wie im Übrigen auch jede Familie. Das Problem ist, dass man sie im Rahmen des neuen Umfrageprojekts außen vor lässt: Beschäftigte mit Kindern haben keine Gelegenheit, zu sagen, ob ihr Unternehmen sie bei deren Versorgung unterstützt oder alleinlässt.

Eine vertane Chance.

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