Wirtschaft : UMTS-Auktion: Die Konkurrenz schläft nicht (Kommentar)

Corinna Visser

Bald haben die Spekulationen ein Ende. Der Tag der Entscheidung rückt näher, heute beginnt in Mainz die Versteigerung der neuen Mobilfunklizenzen. Am Schluss der Auktion werden wir endlich wissen, wer diesen künftigen Wachstumsmarkt unter sich aufteilen wird. Was zu dem Zeitpunkt noch niemand wissen kann: Was wird der neue Mobilfunkstandard UMTS den Kunden wirklich bringen? Einen superschnellen Internetzugang, Videoanwendungen und innovative Einkaufsideen und das alles fern vom heimischen PC - das versprechen die Netzbetreiber. Doch wie die Produkte und Dienste tatsächlich aussehen werden, wer sie wirklich brauchen wird und was sie kosten werden, ist noch offen. Klar ist nur, dass sie keinesfalls immer und überall verfügbar sein werden. Der Aufbau der neuen Netze wird aufwendiger und teurer sein, als der der bisherigen GSM-Netze. Mit dem Aufbau beginnen werden die Netzbetreiber in den großen Ballungszentren. Die Lizenznehmer sind verpflichtet, bis Ende 2003 25 Prozent der Bevölkerung mit UMTS-Dienstleistungen zu versorgen, bis Ende 2005 muss die Hälfte der deutschen Bevölkerung erreicht werden. Flächendeckend wird es UMTS wohl niemals geben. Auf neue Dienste und bessere Technik werden die Kunden hier dennoch nicht verzichten müssen. Auch der bestehende Standard GSM wird durch neue Technik leistungsfähiger werden, daran arbeitet nicht nur der Hildesheimer Schüler Sebastian Haenel. Auch wenn die UMTS-Lizenznehmer kein großes Interesse daran haben werden, ihren teuren Investitionen selbst Konkurrenz zu machen, andere werden es tun. Die Kunden werden von der Konkurrenz beider Systeme profitieren. Die Gewinner des Bietergefechts um UMTS stehen auch schon fest: Es sind die Firmen, die die Netztechnik und die neuen Handys herstellen.

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