Wirtschaft : UMTS: France Télécom und Vodafone stärken ihr Geschäft

Schlechte Nachrichten für Telekom-Chef Ron Sommer: Fünf Tage vor dem Beginn der UMTS-Auktion in der Schweiz muss die Deutsche Telekom befürchten auch bei der Lizenzvergabe der Eidgenossen nicht zum Zuge zu kommen. Denn die erbitterten Konkurrenten Vodafone und France Télécom haben sich eine deutlich bessere Ausgangsposition für die am kommenden Montag beginnende Versteigerung gesichert. Der weltgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone kündigte den Einstieg bei der noch zu gründenden Mobilfunktochter des Schweizer Marktführers Swisscom an. France Télécom sicherte sich für mindestens 3,1 Milliarden Mark die Mehrheit am zweitgrößten Schweizer Mobilfunkanbieter Orange Communications. Die Deutsche Telekom steht dagegen nach dem Scheitern der Verhandlungen mit dem Anbieter Diax bei der Auktion ohne Partner da.

Vodafone übernimmt für knapp drei Milliarden Euro ein Viertel der Anteile an der Swisscom Mobile. Der Schweizer Bundesrat stimmte am Mittwoch nach wochenlangen Spekulationen über eine internationale Allianz einer Beteiligung von Vodafone an dem früheren Staatsunternehmen zu. Eine Option auf eine Mehrheitsübernahme durch Vodafone sei aber nicht gewährt worden. Bundesrat und Swisscom begründeten das Geschäft mit dem harten Verdrängungswettbewerb sowie den beschränkten Möglichkeiten der vergleichsweise kleinen Swisscom, als nationaler Anbieter attraktive Angebote machen zu können.

Das Geschäft soll am 30. März 2001 abgeschlossen werden. Die Hälfte des Kaufpreises wird dann fällig, der Rest in den folgenden zwölf Monaten. Vodafone kann in Aktien oder bar zahlen oder in einer Kombination von beidem. Die beiden deutschen Töchter Debitel (Swisscom) und D2 Mannesmann (Vodafone), die schon bisher zusammengearbeitet hatten, schließen einen Dienstanbietervertrag, der Debitel Zugang zum UMTS-Geschäft verschafft.

Parallel dazu kündigte France Télécom die Übernahme der 42,5-prozentigen Beteiligung des Energie-Konzerns Eon am Schweizer Mobilfunkanbieter Orange Communications an. Der Preis beträgt nach Angaben von Eon-Chef Ulrich Hartmann mindestens 1,6 Milliarden Euro. France Télécom hält damit künftig 85 Prozent der Anteile an dem in Lausanne ansässigen Unternehmen.

Orange Communications hatte erst im vergangenen Jahr den Betrieb aufgenommen und ist mit rund 750 000 Kunden zweitgrößter Mobilfunkbetreiber in der Schweiz. Der Kaufpreis kann sich in Abhängigkeit von der Gebühr für eine UMTS-Lizenz noch um bis zu rund 20 Prozent erhöhen. Den Kaufpreis erhält Eon zu einem Viertel in bar, den Rest in Aktien der neuen Orange, in die France Télécom ihre Mobilfunkaktivitäten einbringen wird. Das Engagement in den Schweizer Mobilfunk hat sich nach Hartmanns Angaben für Eon gelohnt. Dem Erlös von mindestens 1,6 Milliarden Euro stehe ein Eon-Gesamtengagement von nur rund 550 Millionen Euro gegenüber.

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