Unlauterer Wettbewerb? : Klage gegen Lidl eingereicht

Die Handelskette Lidl steht erneut in der Kritik. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat die Verbraucherzentrale Hamburg gemeinsam mit zwei Menschenrechtsorganisationen den Discounter wegen unlauteren Wettbewerbs verklagt.

David C. Lerch

„Das Unternehmen verspricht in seiner Werbung ganz offensiv faire Arbeitsbedingungen für Beschäftigte bei seinen Textilzulieferern in Bangladesch – aber hält sich nicht daran“, sagte Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale am Donnerstag. „Die Kunden werden so irregeführt.“

Gemeinsam mit der Organisation „Kampagne für saubere Kleidung“ und dem „European Center of Constitutional and Human Rights“ fordern die Verbraucherschützer von Lidl sozialverträgliche Löhne für die Beschäftigten und eine nachweislich faire Einkaufspolitik. Das scheint bisher nicht der Fall zu sein. Im Auftrag der Menschenrechtsorganisationen hatten Kontrolleure vier für Lidl tätige Textilfirmen in Bangladesch besucht. Die dort befragten Arbeiter sollen von extremen Arbeitszeiten und mickrigen Löhnen berichtet haben. Lidl wollte sich am Donnerstag zu den Vorwürfen nicht äußern. Bisher habe man die konkreten Vorwürfe der Verbraucherzentrale nicht vorliegen, sagte eine Sprecherin.

Konkret richtet sich die Klage gegen eine Werbekampagne, in der sich Lidl seiner sozialen Verantwortung rühmt. „Wir haben genug Fakten gesammelt, um der Sozialkampagne von Lidl vor Gericht widersprechen zu können“, sagte Hörmann. Bei Erfolg der Klage am Landgericht Heilbronn droht Lidl ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.

Unterdessen geht der Preiskampf im deutschen Lebensmittelhandel in die nächste Runde. Ab sofort würden wieder viele Preise in den Märkten von Penny (Rewe), Netto (Edeka), Norma und Kaufland gesenkt, kündigten die Ketten am Donnerstag an. Damit fallen die Preise bereits zum vierten Mal in diesem Jahr. 2009 hatte es bereits zwölf Preissenkungsrunden gegeben.

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