Wirtschaft : Unter Verdacht

Händler der Deutschen Bank sollen getrickst haben.

Berlin - Im Skandal um mögliche Manipulationen an den Devisenmärkten hat die Deutsche Bank einem Bericht zufolge einen Händler suspendiert. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtete die „Welt“ (Mittwoch) mit Berufung auf mit den Untersuchungen vertrauten Personen. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich auf Anfrage nicht zu konkreten Fällen äußern. Er bestätigte, dass das Institut von Aufsichtsbehörden kontaktiert wurde. „Die Bank unterstützt diese Untersuchungen und wird in begründeten Fällen disziplinarische Maßnahmen gegen einzelne Mitarbeiter ergreifen“, sagte er. Behörden weltweit untersuchen seit Herbst, ob es am Devisenmarkt zu Manipulationen gekommen ist. Ein großer Teil des Handels findet zwischen Finanzunternehmen über ihre Händler statt, die einen Preis nach Angebot und Nachfrage festlegen.

Zu den größten Akteuren auf den weltweiten Devisenmärkten gehören die Deutsche Bank und die Citigroup. Es ist nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) der mit Abstand größte Finanzmarkt überhaupt – mit einem täglichen Volumen von zuletzt rund 5,3 Billionen Dollar. Viele Großbanken hatten zuletzt angekündigt, selbst nach möglichen Verstößen in den eigenen Reihen zu fahnden. Dem Bericht der Zeitung zufolge förderten eigene Untersuchungen der Deutschen Bank den Verdachtsfall in New York zutage. Bei dem Händler seien verdächtige E-Mails gefunden worden. Diese könnten auf einen Manipulationsversuch hindeuten, schrieb das Blatt. Noch sei aber nicht endgültig klar, ob sich der Mann tatsächlich etwas zuschulden kommen ließ. Er sei jedoch vorsorglich suspendiert worden.

Erst Anfang Dezember hatte die EUKommission gegen sechs Institute – darunter die Deutsche Bank – eine Strafe in Rekordhöhe von 1,7 Milliarden Euro verhängt. Nach Ansicht der EU-Behörde hatten Banken aus Europa und den USA von 2005 bis 2010 die Zinssätze zu ihren Gunsten manipuliert, um Handelsgewinne einzustreichen. Dabei ging es um Referenzzinssätze wie den Euribor (Brüssel), den Libor (London) und den Tibor (Tokio). Die Deutsche Bank hatte zuvor bereits mehreren Händlern gekündigt. dpa

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