Wirtschaft : Unternehmen müssen mehr Energie sparen

Susanne Herrmann

Berlin - Das Statistische Bundesamt ist nicht zufrieden damit, wie die deutsche Wirtschaft Energie und Rohstoffe einsetzt. Der Präsident der Behörde, Johann Hahlen, sagte am Mittwoch, die Steigerung der Effizienz entwickele sich „nicht so erfreulich“. In den so genannten Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) untersucht das Statistikamt nach den Zielvorgaben der 2002 beschlossenen Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie die Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Wirtschaft. Bis 2020 soll unter anderem die Effizienz beim Rohstoff- und Energieeinsatz verdoppelt werden.

Dafür seien verstärkte Anstrengungen nötig, hieß es nun von der Behörde, da sich die Energieproduktivität – das Verhältnis der Wirtschaftsleistung zum Energieverbrauch – zwischen 1990 und 2004 nur um 27 Prozent verbessert hat. Die Rohstoffproduktivität, also der Rohstoffeinsatz im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, steigerte sich in den vergangenen zehn Jahren um 29 Prozent. Die Ziele für die Reduzierung von Treibhausgasen, Luftschadstoffen sowie beim Ausbau der erneuerbaren Energien könnten allerdings erreicht werden. Vorausgesetzt, die Entwicklung gehe im Schnitt so weiter wie bisher.

Den Anstieg der Energieproduktivität erklären die Statistiker mit dem Rückgang des Energieverbrauchs in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung. Außerdem wirke sich der Branchenstrukturwandel hin zu einer Zunahme der weniger energieintensiven Dienstleistungen und eine Effizienzverbesserung positiv aus. Im internationalen Vergleich sei die Entwicklung gut. Die Rohstoffproduktivitätserhöhung sei vor allem auf einen geringeren Einsatz von Baurohstoffen wegen der rückläufigen Bautätigkeit und anderen mineralischen Rohstoffen zurückzuführen. Im Gegensatz zur Energieproduktivitätssteigerung sei der Rohstoffverbrauch ausschließlich durch die Veränderung der Wirtschaftsstruktur beeinflusst – nicht durch Effizienzverbesserung. „Wir schonen die deutsche Umwelt und verlagern die Belastungen zunehmend ins Ausland“, sagte Hahlen.

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