Wirtschaft : Unternehmensberater leiden unter Konjunkturkrise

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Die schwache Wirtschaftskonjunktur macht auch den Unternehmensberatern zu schaffen. Denn wenn die Unternehmen ihre IT-Projekte streichen, brauchen sie auch keine Beratung in diesem Bereich. "Es ist ein ganz deutlicher Trend, dass Unternehmen bereit sind, länger mit der vorhandenen Informationstechnologie zu arbeiten", sagte Rémi Redley, Präsident des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU), am Mittwoch in Düsseldorf. Der Verband rechnet damit, dass die Nachfrage nach IT-Beratung - dem größten Geschäftsfeld der Unternehmensberater - 2002 wieder, wie bereits 2001, um mindestens 5,7 Prozent schrumpfen wird.

Für die Gesamtbranche der 14 500 deutschen Consultingunternehmen erwartet Redley erst ab dem vierten Quartal eine "Intensivierung des Geschäfts". Die Auftragsstornierung nach den US-Terroranschlägen am 11. September wirkten sich jetzt erst richtig aus. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband daher mit einer weiteren Verlangsamung des Wachstums: maximal 4,5 Prozent Umsatzwachstum (2001: 5,5 Prozent). Die erfolgsverwöhnte Branche war jahrelang zweistellig gewachsen. Ab dem Jahr 2003 rechnet der BDU-Präsident allerdings wieder mit Zuwächsen "über zehn Prozent".

Ingesamt ergab die BDU-Marktstudie ein differenziertes Bild. Anders als die schrumpfende IT-Beratung legte die Organisationsberatung um 17,8 Prozent und die Strategieberatung um 11,5 Prozent zu. Die Umsatzentwicklung fiel je nach Unternehmensgröße. Während die Top-40-Beratungsfirmen durchschnittlich mit 11,6 Prozent wuchsen, legten die mittelgroßen Gesellschaften nur 2,1 Prozent zu. Kleinere Firmen verzeichneten sogar ein Minus von einem Prozent.

Das Consultant-Geschäft entwickelt sich dabei von der reinen Beratungsleistung weg. Immer mehr Firmen fordern laut Redley integrierte Lösungen und Management-Services-Leistungen, also die Übernahme von Geschäftsprozessen wie das Schreiben und Verschicken von Rechnungen.

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