Wirtschaft : Urlausbfreude vom hohen Dollar kaum gebremst

BONN (Tsp). Der Höhenflug des US-Dollar dämpft die Lust der Deutschen auf Urlaub jenseits des Atlantiks bislang kaum. Nachdem im vergangenen Jahr rund zwei Mill. Reisen in die USA gebucht wurden, bleibt die Reisebranche angesichts einer guten Auftragslage auch in diesem Sommer gelassen. Viele Urlauber wissen, daß die Veranstalter ihre Angebote bereits vor Monaten zu einem damals noch niedrigeren Dollar-Kurs eingekauft haben. Sie nutzen die Chance, den Traumurlaub in Florida, Kalifornien oder Alaska zu buchen, bevor der Wechselkursanstieg von Herbst an auf die Reiseangebote durchschlägt. Vorsicht ist allerdings bei Ausgaben vor Ort geboten: Wer regelmäßig ins Restaurant geht, spontan einen Besuch in Disney-Land oder einen Einkaufsbummel in New York aufs Programm setzt, muß schon jetzt deutlich tiefer in die Tasche greifen."Währungsschwankungen haben im Pauschaltourismus erst nach ein paar Monaten Auswirkungen", erläutert Anke Dannler von der Deutschen Reisebüro GmbH (DER). Wie viele Anbieter hat der größte Veranstalter von US-Reisen Hotels und Flüge schon im vergangenen Herbst eingekauft. Damals schwankte der Dollarkurs noch zwischen 1,60 und 1,70 DM. Gegenüber dem heutigen Stand von rund 1,90 DM können Urlauber deshalb allein schon beim Flug den einen oder anderen Hunderter sparen.Auch der Hamburger Spezialveranstalter Canusa Touristik profitiert von der Kursdifferenz. "Wer heute unsere Preise mit Direktangeboten aus den USA vergeicht, wird feststellen, daß wir günstiger sind", sagt Geschäftsführer Tilo Krause-Dünow. Vor allem Komplettpakete mit Flug, Hotel, Mietwagen oder Wohnmobil stehen derzeit ganz oben auf der Wuschliste seiner Kunden. "Die meisten wollen bei US-Reisen komplett buchen." Derzeit gilt: Je höher der schon in Deutschland gezahlte Fixkostenanteil ist, desto weniger lastet die Dollarstärke auf der Reisekasse. Deshalb wird bei der Buchung von Katalogreisen bislang nur teurer, was direkt vor Ort ausgegeben wird. Nach den Erfahrungen Krause-Dünows liegt der Nebenkostenanteil bei ungefähr einem Fünftel des gesamten Reiseetats. Die Mehrausgaben durch den starken Dollar hielten sich damit noch in Grenzen: "Bei einer Reise von 10 000 DM macht das ungefähr ein Plus von 200 bis 300 Mark aus."Doch schon vom Herbst an werden höhere Kosten auf USA-Urlauber zukommen. Krause-Dünow rechnet mit Preissteigerungen zwischen fünf und sieben Prozent nach den Sommermonaten.

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