Wirtschaft : US-Börsengang: Siemens startet am Montag diskret an der Wall Street

Mit dem Gang an die Wall Street krönt Siemens am kommenden Montag seinen radikalen Konzernumbau. Zur Feier des Tages werden Vorstandschef Heinrich von Pierer, der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Hermann Baumann und Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger zur Börseneröffnung an der New York Stock Exchange (Nyse) die Glocke läuten. Einen spektakulären Auftritt wie beim US-Börsengang der Tochter Infineon vor genau einem Jahr - Vorstandschef Ulrich Schumacher fuhrim Rennanzug im Sportwagen an der Wall Street vor - wird es aber nicht geben. Siemens werde auf allzu großes Tamtam verzichten, hieß es am Freitag in der Zentrale in München. Auf einer großen Leinwand vor der Börse werden Filme über Siemens gezeigt, am Abend ist eine Party geplant.

Der US-Börsengang ist Teil des Zehn-Punkte-Programms, mit dem von Pierer den Konzern in den vergangenen Jahren umstrukturierte - und unter anderem auf US-Bilanzierungsregeln (US-GAAP) trimmte. Mit der Notierung in den USA verfolgt der Konzern mehrere Ziele. Zum einen sei es für einen Weltkonzern wie Siemens fast Pflicht, am weltweit größten und wichtigsten Börsenplatz vertreten zu sein, sagte eine Sprecherin. Schon jetzt seien 12 bis 13 Prozent der Siemens-Aktien in den Händen von US-Investoren. Größere Veränderungen im Aktionärskreis seien nicht zu erwarten. Zugleich will Siemens mit dem Börsengang den Bekanntheitsgrad in den USA steigern und das US-Geschäft anschieben. In diesem Jahr will der Konzern erstmals auch Handys in Nordamerika verkaufen.

Mit dem US-Listing gewinnt Siemens zudem eine Akquisitionswährung, mit der Übernahmen finanziert werden können. Gehandelt werden an der US-Börse so genannte ADR-Zertifikate (American Depository Receipts). Die Abwicklung über diese Hinterlegungsscheine gilt als einfacher als überGlobale Aktien, auf die Daimler-Chrysler und Celanese setzen. Ein ADR entspricht einer Siemens-Aktie.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben