US-Fahrdienst Uber : Neue Plattform macht Taxiruf Konkurrenz

Der umstrittene US-Fahrdienst Uber führt in Deutschland nun auch seine Plattform UberTaxi ein. Dort können Taxi-Unternehmen ihre Dienste anbieten.

Uber geht mit seinem neuen Angebot einen Schritt auf das deutsche Taxigewerbe zu.
Uber geht mit seinem neuen Angebot einen Schritt auf das deutsche Taxigewerbe zu.Foto: dpa

Der Fahrdienst-Vermittler Uber will in Deutschland künftig auch Taxifahrten vermitteln. Der bislang nur im Ausland angebotene Dienst UberTaxi werde in Berlin und Hamburg starten und dann auch auf weitere deutsche Städte ausgeweitet, teilte das Unternehmen am Montag in Berlin mit. Darauf könnten sich Taxifahrer und -firmen registrieren und ihre Dienste anbieten. Das Angebot gibt es Uber zufolge unter anderem bereits in New York und London, wo es Nutzern als Alternative neben anderen Uber-Angeboten wie UberPop oder UberBlack zur Verfügung steht. UberTaxi helfe Taxifahrern dabei, Standzeiten zu reduzieren und sei in der Abwicklung zudem sicher, erklärte Uber. Beispielsweise werde der Fahrpreis bargeldlos über die eigene App abgewickelt. Weitere Details des Angebots nannte das Unternehmen nicht.

In Hamburg und Berlin ist die Nutzung von UberPop verboten

Die 2009 in San Francisco in den USA gegründete Firma Uber exapandiert derzeit massiv in Deutschland. Umstritten ist dabei sein Angebot UberPop, bei dem Fahrgäste mit Hilfe einer Smartphone-App an private Fahrer vermittelt werden sollen, die für ihre Dienste in der Regel weniger verlangen als Taxis. Die Behörden in Berlin und Hamburg verboten diesen Service mit Blick auf die Rechtslage, wonach in Deutschland für gewerbliche Personenbeförderungen besondere Genehmigungen erforderlich sind. In der vergangenen Woche bestätigten das Berliner Verwaltungsgericht und das Oberverwaltungsgericht in Hamburg diese Verbote und wies Uber-Einsprüche dagegen zurück. Uber kündigte am Montag weitere rechtliche Schritte an. Gegen die Berliner Entscheidung werde Beschwerde eingelegt und im Hamburger Fall eine Verfassungsbeschwerde zumindest geprüft, teilte das Unternehmen mit. Es kritisierte zugleich, dass die Richter in Hamburg bei ihrem Urteil keine Einschränkung der grundgesetzlich garantierten Berufsfreiheit gesehen hatten.

Uber hält seinen Service für eine neue Dienstleistung

Generell vertritt Uber den Standpunkt, dass UberPop keine Variante des klassischen Taxi-Gewerbes ist, sondern eine neue Form von Dienstleistung, bei der Autobesitzer quasi nebenbei Transportwünsche erfüllen und dafür etwas Geld verlangen. Es wirbt daher für eine Neufassung der Regulierungsvorschriften und kritisiert die seiner Meinung nach innovationsfeindlichen bisherigen Vorschriften. "Wenn man Gelegenheitsfahrer an den Maßstäben des professionellen Taxigewerbes misst, verhindert man die Entstehung eines Marktes, von dem alle Beteiligten profitieren können", erklärte Uber-Sprecher Fabien Nestmann.

Ubers Kritiker sprechen von Rechtsbruch

Ubers Kritiker etwa aus den Reihen der Taxibranche werfen dem Unternehmen hingegen vor, unter Umgehung der für andere Anbieter geltenden Sicherheits- und Genehmigungsregeln auf aggressive Weise sein eigenes Geschäft etablieren zu wollen. Es handle sich bei Uber keineswegs um ein kleines, neues Start-Up-Unternehmen, sondern um eine global tätige Firma. Hinter Uber stehen große US-Kapitalgeber wie Menlo Ventures, First Round Capital, die US-Bank Goldman Sachs und der Google-Investmentableger Google Ventures. Gegen Uber gibt es Proteste in zahlreichen Länder rund um die Welt. AFP

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