Wirtschaft : USA fordern mehr Offenheit von IWF-Mitgliedern

Krisenländer sollen mehr Finanzdaten veröffentlichen WASHINGTON (AP).Die USA wollen künftige Wirtschaftskrisen auf der Welt mit mehr Offenheit schon im Keim ersticken.Vor der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank forderte US-Finanzminister Robert Rubin, der IWF solle mehr Finanzdaten seiner Mitgliedsländer veröffentlichen.Vor einem am Rande der Frühjahrstagung stattfindenden Treffen der G-7-Industriestaaten verlangten die USA abermals von Japan, mehr zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme in Ostasien zu tun. Rubin legte eine Reihe von Vorschlägen vor, um die "Architektur des internationalen Finanzsystems" zu stärken, darunter die Verbesserung der Bankenaufsicht sowie die Verpflichtung von Banken und anderen privaten Investoren, sich stärker an der Sanierung von kriselnden Staaten und Regionen zu beteiligen.Besonders die Umsetzung des letzten Punktes werde jedoch vermutlich lange dauern, räumte der Minister ein.Die Frühjahrstagung müsse aber erste sichtbare Fortschritte bringen. Japan geriet vor dem Treffen der G-7-Finanzminister und Notenbankchefs zunehmend unter Druck.Die US-Handelsbeauftragte Charlene Barshefsky verlangte von Tokio wirkungsvollere Maßnahmen zur Konjunkturstimulierung.Die USA könnten nicht länger "der einzige Motor des globalen Wachstums" und der einzige Markt für asiatische Waren sein.Japan müsse "auf aggressive Weise" seine Märkte deregulieren und für ausländische Waren und Dienstleistungen öffnen.Vergangene Woche hatte Japan ein Konjunkturpaket im Volumen von mehr als 16 Billionen Yen vorgelegt, das auch die international geforderten Steuersenkungen enthält.Die USA halten sich mit Lob aber noch zurück.Rubin wollte sich am Mittwoch von seinem japanischen Kollegen Hikaru Matsunaga erst genauer informieren lassen. Die übrigen G-7-Staaten USA, Kanada, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien messen Japan eine Schlüsselrolle bei der wirtschaftlichen Gesundung Ostasiens bei.Die angeschlagenen Tigerstaaten könnten mit mehr Exporten nach Japan ihre Staatsfinanzen aufbessern.Noch ist die Nachfrage in Japan aber zu schwach, das Land steht vor einer Rezession.Die Asienkrise wird laut IWF das Weltwirtschaftswachstum im diesem Jahr um 1,2 Punkte auf 3,1 Prozent drücken.Das ist der niedrigste Wert seit fünf Jahren. IWF-Direktor Michel Camdessus deutete an, daß Rubins Initiative für mehr Transparenz Erfolg haben könnte.Die Frühjahrstagung könnte eine Ausweitung der Veröffentlichungspflicht für Wirtschaftsdaten bringen, damit Investoren eine sicherere Entscheidungsbasis hätten.

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