Vattenfall : Atomkraftwerkes Forsmark weist Sicherheitslücken auf

Der schwedische Vattenfall-Konzern hat eine geplante Kapazitätserweiterung des Atomkraftwerkes Forsmark wegen der öffentlichen Debatte über Sicherheitsmängel aufgeschoben.

Stockholm - Wie der zuständige Sprecher Göran Lundgren, wurde der Beschluss intern bereits im Dezember gefasst. Das Unternehmen war Anfang der Woche wegen Sicherheitsmängeln vor und nach einem als ernst eingestuften Zwischenfall am Forsmark-Reaktor 1 Ende Juli 2006 massiv kritisiert worden. Experten aus dem Werk selbst sprachen von einem "Verfall der Sicherheitskultur" durch immer stärkeren wirtschaftlichen Druck.

Gleichzeitig zeigte die staatliche Strahlenaufsicht SKI den Forsmark-Betreiber wegen des Verdachts strafbarer Handlungen bei dem Störfall an. Auch politisch nahm der Druck auf Vattenfall am Mittwoch weiter zu. Umweltminister Anders Carlgren erklärte, er sehe seine generelle Skepsis gegenüber der Atomkraft durch die Ereignisse von Forsmark bestätigt.

In einem am Dienstagabend ausgestrahlten TV-Bericht des Senders SVT berichtete eine Mitarbeiterin aus dem Forsmark-Kontrollraum, sie habe die Minuten nach dem Stillstand von Reaktor 1 als "dramatisch" erlebt. Dabei waren etwa 20 Minuten lang auch Computer zur Überwachung der Anlage ausgefallen. (tso/dpa)

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