Wirtschaft : Veag verkauft mehr, doch Preisnachlässe verringern den Umsatz des ostdeutschen Versorgers

Der überregionale ostdeutsche Stromversorger Veag, Berlin, hat im ersten Halbjahr mehr Strom verkauft, aber durch Preisnachlässe weniger verdient. Die Stromlieferungen lagen mit 23,8 Mrd. Kilowattstunden (kWh) um sieben Prozent über denen des Vorjahreszeitraumes. Während der Absatz an die Regionalversorger in den neuen Ländern um 100 Mill. kWh stieg, erhöhten sich die Lieferungen auf der Verbundebene um 1,5 Mrd. kWh, teilte die Veag am Mittwoch in Berlin mit. Der Wärmeabsatz stieg um 25 Prozent auf 1,7 Mrd. kWh.

Die eingeräumten Strompreisnachlässe von 400 Mill. DM im Jahr 1998 und voraussichtlich über 500 Mill. DM in diesem Jahr hätten sich jedoch auf die Ertragslage ausgewirkt, teilte das Unternehmen weiter mit. Die Umsatzerlöse lagen mit 2,2 Mrd. DM um fünf Prozent unter denen des Vergleichszeitraumes. Hier hätten vor allem marktbedingte Preisnachlässe an die Regionalversorger für deren im Wettbewerb stehende Sondervertragskunden gewirkt. Die Wärmeerlöse stiegen dagegen absatzbedingt um 14 Prozent. Niedriger als im ersten Halbjahr 1998 seien die Aufwendungen für Instandhaltung, Strombezüge und Personal sowie die Abschreibungen gewesen. Dagegen war ein leichter Anstieg der Zinsaufwendungen zu verzeichnen.

Veag ist das größte ostdeutsche Stromunternehmen. Im Rahmen ihres Investitionsprogramms über 20 Mrd. DM arbeitet der Versorger an der Fertigstellung von drei Kraftwerkprojekten in Boxberg, Goldisthal und Lippendorf. Die Bau- und Montagearbeiten verliefen termingerecht, hieß es. Am 30. Juni waren im Veag-Konzern 6405 Mitarbeiter und 511 Lehrlinge beschäftigt. 712 Mitarbeiter schieden im ersten Halbjahr 1999 aus. Durch eine Teilzeitquote von 40,3 Prozent konnte ein stärkerer Stellenabbau verhindert werden.

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