Wirtschaft : Verband will Berlin als Partner

Versicherer jetzt mit 170 Mitarbeitern an der Spree BERLIN (fbs).Berlin und der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sollen gute Partner werden.An Berlin als Sitz eines gemeinsamen Verbandes hätten die Verbände der Versicherungswirtschaft in Bonn, Köln und Hamburg bei ihrer Mitgliederversammlung am historischen 9.November 1989 "nun wirklich nicht gedacht", begrüßte Verbandspräsident Bernd Michaels am Mittwoch abend die Gäste des GDV-Empfangs im Hotel Adlon.Mitten in das wachsende Zentrum der Hauptstadt, in die Friedrichstraße 191, ziehe in diesen Tagen nun ein geeinter Verband der Deutschen Versicherungswirtschaft - nach einer Neustrukturierung der einzige neben dem Verband der privaten Krankenversicherer. Der Gesamtverband entstand aus der Fusion von fünf Fachverbänden, dem Lebensversicherungs-, Sach-, HUK-, Transportversicherungs- und dem alten Gesamtverband als Dachorganisation.Insgesamt bemühe er sich mit jetzt 170 Mitarbeitern in Berlin und weiteren 130 in Hamburg, Köln und München um 479 Mitgliedsunternehmen.Sie repräsentierten den ganzen Markt und arbeiteten "trotz härtestem Wettbewerb" in einem Verband zusammen", so Michaels."Gehört zu werden" sei die eigentliche Funktion des Verbandes, die aber oft als Lobbyismus mißverstanden werde.Dies tue persönlich weh, wenn man sich "um ehrliche Arbeit bemüht", so Michaels.Diese Art von sachlicher Arbeit wolle man in Berlin aber fortsetzen. Den Umsatzeinbruch in der Schadens- und Unfallversicherung schnitt der Präsident laut Manuskript als eines der größten Probleme an, die den Verband derzeit bewegen.Das sei neu für die Branche, ließe sich aber im laufenden Jahr nicht ändern.Stagnierende Realeinkommen und Arbeitslosigkeit machte der Verbandschef hierfür verantwortlich.Der Wettbewerb habe in einer bisher unbekannten Form vom Markt Besitz ergriffen, so Michaels weiter.Den Trend zur Marktkonzentration gelte es "kritisch zu begleiten", wenn man die für den deutschen Markt typische Marktvielfalt nicht aufgeben wolle.Auch bei der privaten Altersvorsorge - in der Vergangenheit ein Synonym für die Lebensversicherung - werde der Verband von der Politik eine genaue Definition einfordern, wann ein Produkt der Altersvorsorge dient und als solches vermarktet werden darf.Die Branche werde sich dagegen wehren, wenn von einfachen Anlagefonds als der "besseren Altersvorsorge gesprochen wird".Die Diskussion um eine Besteuerung der Lebensversicherung kritisierte der Verbandspräsident als "unverantwortlich für einen Staat, der um die Unzulänglichkeit der gesetzlichen Rentenversicherung weiß".

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