Verbraucherschutz : Wirtschaft soll Aufklärung bezahlen

Die neu gegründete Deutsche Stiftung Verbraucherschutz bekommt jetzt erstmals Geld aus der Wirtschaft. Die Bank ING-Diba spendet 500 000 Euro. Ministerin Aigner sieht ein "wichtiges Signal".

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„Wir profitieren von aufgeklärten Verbrauchern“, sagte ING-Diba-Sprecher Thomas Bieler dem Tagesspiegel. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte die Wirtschaft auf, dem Beispiel der Bank zu folgen. „Das ist ein wichtiges Signal für die gesamte Wirtschaft in Deutschland“, sagte die Ministerin dem Tagesspiegel. Am Donnerstag soll die Stiftung in Berlin erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die Stiftung hat die Aufgabe, die Information der Verbraucher und den Verbraucherschutz zu fördern. Sie wurde im Juli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) gegründet und soll Aktivitäten des VZBV, der Verbraucherzentralen und anderer Verbraucherschutzorganisationen finanzieren. An der Stiftung können sich Privatpersonen, Unternehmen, Verbände der Wirtschaft und öffentliche Institutionen beteiligen.

Bislang hatte jedoch nur das Bundesverbraucherschutzministerium die Arbeit der Stiftung finanziell unterstützt – das jedoch massiv. Neben dem Startkapital von 50 000 Euro stellte das Ministerium den Verbraucherschützern kürzlich weitere zehn Millionen Euro aus Haushaltsmitteln zur Verfügung.

Ministerin Aigner hält das für gut angelegtes Kapital. „Die Menschen suchen bei zunehmendem Tempo der Veränderungen und bei einer immer größeren Vielfalt von Angeboten nach Orientierung“, sagte Aigner. Bei ihnen bleibe der Eindruck von Unübersichtlichkeit. „Vertrauen schwindet, Verantwortungen scheinen unklar.“ Diese Warnsignale müsse man ernst nehmen, auch im Interesse der Wirtschaft. „Wenn Vertrauen schwindet, nimmt Kaufzurückhaltung zu“, warnte die Ministerin.

Auch die Wirtschaft müsse erkennen, dass Verbraucherschutz kein „lästiges Übel“ ist, betonte die Ministerin. „Die Verbraucher wollen Information und Transparenz“, sagte die CSU-Politikerin, „kein Unternehmen kann es sich leisten, diesen Anspruch zu ignorieren.“ Heike Jahberg

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