Wirtschaft : Verdi: ÖTV angeblich auch für Dienstleistungsgewerkschaft

Die umstrittene Dienstleistungsgewerkschaft Verdi soll wie geplant mit allen fünf beteiligten Gewerkschaften im kommenden Frühjahr gegründet werden. "Wir sind fest davon überzeugt, dass es Verdi geben wird", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), Herbert Mai, am Montag bei der neunten Versammlung der Gründungsorganisation Verdi in Hamburg. Die Gewerkschaften seien ein "gutes Stück vorangekommen", da in allen Organisationen eine positive Grundstimmung herrsche. Neben der ÖTV gebe es bei der Deutschen Postgewerkschaft (DPG), der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG), der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) und der IG Medien Mehrheiten für Verdi.

In der ÖTV, deren Mitglieder Verdi besonders kritisch gegenüberstehen, habe es seit August einen "deutlichen Stimmungswandel" gegeben, sagte Mai. Er rechne in der ÖTV inzwischen mit einer Mehrheit für die Gewerkschaft, da viele eingesehen hätten, dass keine besseren Alternativen in Sicht seien. Bei den besonders widerständigen Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg gebe es "Bewegungen und Annäherungen", die im Oktober zu möglichen Einigungen führen könnten. In Thüringen, Berlin-Brandenburg und Hessen seien Lösungen bereits in diesem Monat zu erwarten, äußerte Mai.

Auf ihrer Sitzung einigte sich die Gründungsorganisation über die Statuten der angestrebten 13 Fachbereiche von Verdi und legte insbesondere Richtlinien für die Gruppenarbeit, zu Frauen- und Gleichstellungspolitik, Jugendarbeit sowie zur Senioren- und Behindertenfragen fest. Alle Dokumente sollen Ende November für Gewerkschaftsmitglieder zugänglich gemacht werden. Die HBV-Vorsitzende Mönig-Raane zeigte sich erfreut über den hohen Stellenwert, den die Frauenpolitik in der neuen Gewerkschaft einnehmen soll. Mit der Gründung von Verdi im März 2001 würde die größte Einzelgewerkschaft der Welt mit rund drei Millionen Mitgliedern entstehen.

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