Wirtschaft : Verkauf der Berlikomm ist perfekt

Corinna Visser

Berlin - Der Aufsichtsrat der Berlinwasser Holding hat den Verkauf der Berliner Telefongesellschaft Berlikomm an das niederländische Unternehmen Versatel genehmigt. Die Zustimmung sei mit „überwältigender Mehrheit“ erfolgt, sagte ein Sprecher von Berlinwasser dem Tagesspiegel am Freitag. Damit wurde der Schlussstrich unter einen langwierigen Verkaufsprozess gezogen. Auch das Kartellamt habe seine Zustimmung bereits gegeben, sagte der Sprecher. Versatel zahlt 34,5 Millionen Euro.

Berlikomm ist eine Tochtergesellschaft der Berlinwasser Holding, an der das Land Berlin 50,1 Prozent der Anteile hält. Die Telefongesellschaft hatte Berlinwasser stets Verluste beschert und konnte auch nur deshalb verkauft werden, weil die Gesellschafter von Berlinwasser zuletzt noch die Schulden der Berlikomm von rund 150 Millionen Euro übernommen hatten. Heftig diskutiert im Verkaufsprozess war die Frage, in welchem Umfang Versatel Garantien für die Arbeitsplätze in Berlin abgibt. Rund 190 Mitarbeiter sind betroffen. Schließlich sagte Versatel zu, 150 Arbeitsplätze bis Ende 2005 in Berlin zu sichern. Zudem wird Versatel den Sitz seiner Deutschland-Holding nach Berlin verlagern. Das wird aber kaum neue Arbeitsplätze bringen. Versatel mit Sitz in Amsterdam hat 1600 Mitarbeiter und ist in Deutschland bereits in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg aktiv.

Versatel wird die 34,6 Millionen Euro in eigenen Aktien zahlen. Die wird Berlinwasser umgehend verkaufen, um die Kreditverpflichtung der Holding zu reduzieren, sagte der Sprecher von Berlinwasser. Gegen Schwankungen des Versatel- Aktienkurses habe man sich jedoch abgesichert, die Höhe des Kaufpreises sei garantiert.

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