Verkauf : Mecom gibt Berliner Verlag ab

Die "Berliner Zeitung" bekommt einen neuen Besitzer: DuMont Schauberg erhält den Zuschlag für den Berliner Verlag. Der bisherige Eigentümer Mecom von Finanzinvestor David Montgomery kann die Millionen gut gebrauchen.

Berlin/LondonDer Berliner Verlag mit der "Berliner Zeitung" gehört künftig zum Kölner Verlagshaus DuMont Schauberg. Das Medienunternehmen übernimmt die deutschen Verlagsaktivitäten der britischen Mecom-Gruppe von Investor David Montgomery, wie Mecom am Dienstag ankündigte. Der Kaufpreis beträgt den Angaben zufolge 152 Millionen Euro.

Die Arbeitsverträge, Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge behalten dem Konzernbetriebsrat zufolge ihre Gültigkeit. Der Kauf soll im ersten Quartal abgeschlossen sein und muss noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden. Zu der Holding gehören neben der "Berliner Zeitung" unter anderem auch der "Berliner Kurier", die "Hamburger Morgenpost" sowie die "Netzeitung".

Mecom will mit dem Erlös seine Schulden reduzieren. Die Gruppe ist wirtschaftlich stark angeschlagen. Für den Berliner Verlag ist der Verkauf das Ende einer ungeliebten Verbindung. Seit der Übernahme des Verlags vor rund drei Jahren gab es immer wieder Querelen zwischen der Redaktion der "Berliner Zeitung" und deren Chefredakteur Josef Depenbrock, weil dieser gleichzeitig als Geschäftsführer beim Verlag und der deutschen Mecom-Holding arbeitet. Die Redaktion sah dadurch ihre publizistische Unabhängigkeit gefährdet.

DuMont wollte "Berliner Zeitung" schon einmal

DuMont Schauberg hatte sich bereits 2005 um den Kauf der "Berliner Zeitung" bemüht. Damals erhielt jedoch das Finanzkonsortium um Montgomery den Zuschlag für das Blatt. Zuvor hatte die Verlagsgruppe Holtzbrinck versucht, die "Berliner Zeitung" mit dem  "Tagesspiegel" zu fusionieren. Das Bundeskartellamt untersagte den Zusammenschluss.

Zur Kölner Verlagsgruppe DuMont Schauberg gehört neben dem Kölner "Express" und dem "Kölner Stadt-Anzeiger" unter anderem auch die "Frankfurter Rundschau". Deren Chefredakteur Uwe Vorkötter hatte die "Berliner Zeitung" 2006 wegen des Sparkurses von Montgomery verlassen. (sf/ddp/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben