Wirtschaft : Verkauf mit Verlust

Cerstin Gammelin

Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) stecken in Verhandlungen über den Verkauf ihrer chronisch defizitären Tochter, das sächsische Müllverwertungszentrum SVZ Schwarze Pumpe. Nach Informationen des Tagesspiegel liegen den BWB mehrere Kaufangebote vor, darunter von den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR), der Entsorgungsfirma Rethmann (Lünen), der AGR aus Essen sowie einem Konsortium um das sächsische Technologieunternehmen Choren Industries. Der Kaufpreis trägt infolge der desolaten Finanzlage der Schwarzen Pumpe reinen Symbolcharakter, man spricht über einen Euro. In den laufenden Verkaufsverhandlungen soll vor allem die Entschuldung des Müllverwerters festgezurrt werden. Es wird damit gerechnet, dass die Wasserbetriebe etwa 500 Millionen Mark aus einem Bankkredit und gezeichneten Darlehen schultern müssen, um die ungeliebte Tochter loszuwerden.

Die besten Aussichten auf Zuschlag hat nach Ansicht von Experten das Freiberger Unternehmen Choren, das in der ehemaligen DDR die Schwarze Pumpe-Technologie federführend entwickelte. Die Sachsen haben bereits Verträge mit den Automobilkonzernen Daimler-Chrysler und Volkswagen in der Tasche.

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