Wirtschaft : Viag-Fusion ist gefährdet

MÜNCHEN (tmh).Die Großfusion zwischen der Viag AG, München, und der Alusuisse Lonza Group (Algroup) AG, Zürich, ist angeblich vom Scheitern bedroht.Die Viag nehme zu Gerüchten grundsätzlich keine Stellung, sagte eine Konzernsprecherin in München zu entsprechenden Pressemeldungen.Allerdings werde dem am kommenden Montag tagenden Viag-Aufsichtsrat das Thema Fusion zur Entscheidung vorgelegt.Auch die Alusuisse hält sich mit Kommentaren zurück.Die Fusionsvorbereitungen laufen auf vollen Touren, heißt es von dort lediglich.

Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu glaubt indessen nicht an ein Platzen der Fusion.An dieser Grundsatzentscheidung werde sich nichts mehr ändern, sagte er am Rande einer Festveranstaltung in München.Allenfalls könnten die Bewertungsrelationen zwischen den beiden Konzernen noch "nachgebessert" werden.Bayern hält ein Viertel der Viag-Aktien.Die Konzernspitzen von Viag und Algroup sowie Bankenvertreter wollen sich am Wochenende treffen, um die Fusion noch zu retten, schreibt dagegen die "Wirtschaftswoche".Von einer solchen "Krisensitzung" sei nichts bekannt, erklärt die Viag.Zur Notwendigkeit einer Nachbesserung der Bewertungsrelationen sagen die Münchner nichts.

Hintergrund dessen könnte der vorerst gescheiterte Verkauf der Viag-Tochter Klöckner & Co AG, Duisburg, an den Stahlkonzern Thyssen sein.Bis ein neuer Käufer gefunden wird, bleibe die kaum profitable Logistik-Tochter im Viag-Verbund, hatte Konzernchef Wilhelm Simson vor kurzem eingeräumt.Den für die Fusion ausschlaggebenden Wertrelationen beider Konzerne lag aber ein Klöckner-Verkauf zugrunde.Wenn die Handelstochter nun doch noch einige Jahre bei Viag bleibt, muß deren Firmenwert möglicherweise nach unten korrigiert werden.Die Börsen reagierten auf die Gerüchte um das Scheitern der Fusion mit steigenden Viag-Kursen.

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