Wirtschaft : Viag-Interkom: Mobilfunk-Anbieter will Kompensation für UMTS-Lizenzkosten

csp

Viag-Interkom will politisch gegen das Ergebnis der UMTS-Auktion in Deutschland vorgehen. Maximilian Ardelt, Geschäftsführer des Münchner Mobilfunk-Anbieters, forderte ein Spitzengespräch mit Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos), bei dem eine Kompensation für die hohe finanzielle Belastung der UMTS-Lizenznehmer diskutiert werden soll. Ardelt forderte größere Eigentumsrechte an den Lizenzen, die Gleichbehandlung aller Anbieter auf EU-Ebene sowie staatliche Fördermaßnahmen für die Branche.

Wegen der hohen UMTS-Lizenzkosten werde die Branche einen "Dämpfer" erhalten, der volkswirtschaftliche Auswirkungen habe. Die Mobilfunk-Betreiber würden sich aus anderen Projekten zurückziehen, um Kosten zu sparen. Die Anlaufkosten werden an die Zulieferer weitergegeben werden."Neben dem Sparen und Risiko-Überwälzen werden die Dienste auch für die Kunden teurer werden", prognostizierte Ardelt. Dass "der Staat Geld schöpft für weniger Wettbewerb", sei volkswirtschaftlich nicht akzeptabel.Den "überschießenden Betrag" von sechs Milliarden Mark pro Lizenz, um den sich die Summen nach dem Ausscheiden von Debitel noch erhöhten, fordert Viag vom Finanzministerium zurück. "Das ist zwar unrealistisch, aber wir wollen dafür kompensatorische Maßnahmen."

Viag will auf mehr Eigentumsrechte an den UMTS-Lizenzen drängen. Wie in England solle die Lizenz faktisch verkäuflich sein und bei einer Fusion mit einem UMTS-Wettbewerber nicht weggenommen werden dürfen. Die Wettbewerbsverzerrung in Europa durch unterschiedliche Lizenzvergabe-Mechanismen soll auf EU-Ebene unter dem Grundsatz der Gleichbehandlung nivelliert werden, sagte Ardelt. Innerhalb Deutschlands sollte laut Ardelt die Telekommunikations-Branche stark gefördert werden - durch Forschungsprojekte, Fördermittel für ländliche Gebiete, Akzeptanzsteigerung für Funkmasten und mehr Vertragsautonomie für die Lizennehmer.

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