Wirtschaft : Viag Interkom streicht 500 Stellen in Deutschland

and/mwb/HB

Der im November von British Telecom abgespaltene Mobilfunkkonzern MMO2 will 1900 Stellen in Großbritannien und Deutschland streichen. Das entspricht rund 20 Prozent der Gesamtbelegschaft. Allein bei der deutschen Tochter Viag Interkom sollen 500 Arbeitsplätze wegfallen. Ein Sprecher des Mutterkonzerns schloss einen weiteren Stellenabbau nicht aus, erklärte jedoch, dafür gebe es momentan keine Pläne. "Wir werden unser Bestreben fortsetzen, unser Geschäft effizient zu führen", sagte MMO2-Chef Peter Erskine. Dazu stehe jede Beteiligung weiterhin unter Beobachtung. Neben Großbritannien und Deutschland ist MMO2 in Irland und den Niederlanden vertreten.

Bis zur Einführung der UMTS-Technik im kommenden Jahr soll die deutsche Tochter beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) schwarze Zahlen schreiben. MMO2 will im Sommer 2003 die ersten UMTS-Handys auf den deutschen Markt bringen. Der Name Viag Interkom soll bereits im Mai durch O2 ersetzt werden. Die Umbenennung in Großbritannien (BT Cellnet) hat sich allerdings bereits verzögert.

Spekulationen über einen Verkauf von Viag Interkom wies Erskine erneut zurück. Durch den gestern bekannt gegebenen Stellenabbau will der mit 17,2 Millionen Kunden fünftgrößte Mobilfunkkonzern in Europa rund 112 Millionen Euro im Jahr sparen. Das Unternehmen folgt damit dem Sparkurs der Konkurrenten Vodafone und One-2-One. MMO2 wird künftig rund 13 000 Mitarbeiter haben, davon 6100 in Großbritannien und 3400 in Deutschland.

Im vergangenen Quartal hat MMO2 insgesamt 453 000 neue Kunden gewonnen und blieb damit unter den Erwartungen der Analysten. Viag Interkom meldete 262 000 neue Handy-Verträge. "Das vergangene dritte Quartal war das beste in unserer Geschichte", sagte Rudolf Gröger, Chef von Viag Interkom. Die Zahl der Mobilfunkkunden sei Ende 2001 auf 3,65 Millionen gestiegen. Viag Interkom habe sich besser als die Konkurrenz entwickelt und den Marktanteil als kleinster Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland von sechs auf sieben Prozent gesteigert. Mittelfristig strebt Gröger einen Marktanteil von 13 Prozent an. Damit würde E-Plus von Rang drei verdrängt.

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