Wirtschaft : Viag-Tochter wäre mit Degussa-Hüls größter Spezialchemieanbieter

Die börsennotierte Viag-Tochter SKW Trostberg geht mit Rekordergebnissen in eine mögliche Fusion mit Degussa-Hüls. Im vergangenen Jahr sei das Betriebsergebnis trotz der teilweise schwierigen Chemiekonjunktur um 6,5 Prozent auf 946 Millionen Mark geklettert, sagte der Vorstandsvorsitzende der SKW Trostberg AG, Utz-Hellmuth Felcht, am Donnerstag in München. Der Umsatz stieg vor allem durch Zukäufe um 13 Prozent auf 6,9 Milliarden Mark. Die Dividende wird um zwei Cent auf 0,28 Euro je Stückaktie angehoben.

Felcht bekräftigte, wegen des unterschiedlichen Produktspektrums gebe es bei einem Zusammenschluss mit Degussa-Hüls nur wenig Einsparpotenzial. Daher seien auch kaum Arbeitsplätze gefährdet. SKW Trostberg soll im Zuge der Veba-Viag-Fusion mit der Frankfurter Degussa-Hüls AG zum weltweit größten Spezialchemieanbieter verschmolzen werden. Die Spezialchemie ist neben der Energie die zweite Säule des künftigen drittgrößten deutschen Industriekonzerns. Felch sagte, zunächst müssten die Mutterkonzerne die Voraussetzungen für das mögliche Zusammengehen von SKW und Degussa-Hüls schaffen. Auch im Sinne des zuletzt schwunglosen Aktienkurses sei eine rasche Entscheidung über die Strategie sinnvoll. Für den weltweiten Vertrieb sei in der Spezialchemie Größe wichtig. SKW könne aber auch allein diese kritische Größe erreichen. Akquisitionen suche man vor allem in der Feinchemie.

In den kommenden Jahren will SKW das Betriebsergebnis vor Firmenwert-Abschreibungen um jährlich zehn Prozent steigern. Der Umsatz solle bis zum Jahr 2003 durch internes Wachstum und Zukäufe auf rund zehn Milliarden Mark zulegen. SKW wolle "ein weltweiter Markt- und Technologieführer in den Bereichen Naturstoffe, Chemie, Bauchemie und in anderen Geschäften rund um die Chemie" sein. Unabhängig von einem Zusammenschluss verstehe sich SKW Trostberg als "Qualitätsmarke".

Derzeit belebe sich die Chemiekonjunktur, sagte Felcht. Obwohl der Umsatz im Bereich Chemie 1999 um 13 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Mark sank und sich das Betriebsergebnis auf fast 53 Millionen halbierte, florierte das Geschäft in der Bauchemie. Die Erlöse kletterten um gut 20 Prozent auf drei Milliarden, das Betriebsergebnis um zehn Prozent auf 319 Millionen Mark.

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