Wirtschaft : Viele gute Zahlen stiften Zuversicht

Unternehmen begeistern die Wall Street

Juliane Schäuble

Berlin - An den Finanzmärkten wächst die Hoffnung auf ein glimpfliches Ende der Krise. Jüngste Geschäftszahlen der großen US-Konzerne wurden am Mittwoch an den Börsen gefeiert. Der amerikanische Aktienindex Dow Jones stieg im Handelsverlauf um mehr als 1,7 Prozent. Ähnlich deutlich legte auch der Dax zu. Die großen Unternehmen haben die Finanzkrise bisher offenbar besser überstanden als erwartet und schauen nun sogar recht optimistisch in die Zukunft.

INTEL

Bereits in der Nacht zum Mittwoch legte der Speicherchip-Hersteller Intel seine Zahlen zum ersten Quartal vor – der Konzern gilt als wichtiger Gradmesser für die zu erwartenden Gewinne der Technologiebranche. Zwar musste der Weltmarktführer wie erwartet einen Gewinnrückgang verbuchen – vor allem durch Kosten für den Konzernumbau und wegen sinkender Speicherchip- Preise. Aber der Umsatz lag auf Rekordhöhe, und das Unternehmen erhöhte seine Umsatzprognose. Für das laufende Quartal rechnet der Konzern mit Erlösen von 9,0 bis 9,6 Milliarden Dollar. Unterm Strich verdiente Intel von Januar bis März 1,4 Milliarden Dollar, zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um neun Prozent auf rund 9,7 Milliarden Dollar (6,1 Milliarden Euro). Konzernchef Paul Otellini äußerte sich optimistisch, dass sich Konjunktursorgen und US-Finanzkrise nicht in seinem Geschäft in den USA und Europa niederschlagen werden.

JP MORGAN

Auch die US-Großbank JP Morgan sorgte für Erleichterung. Sie steckt die Finanzkrise bisher besser weg als viele Wettbewerber. Der Überschuss halbierte sich zwar im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr. Aber er lag immer noch bei 2,37 Milliarden Dollar, wie die drittgrößte US-Bank mitteilte. Viele Konkurrenten sind dagegen bereits ins Minus gerutscht. Auch die Abschreibungen unter anderem bei Krediten fielen bei JP Morgan mit 2,6 Milliarden Dollar vergleichsweise gering aus. Zudem weckte die Bank Hoffnungen: Gut drei Viertel der Kreditkrise seien wahrscheinlich bereits ausgestanden, sagte Bankchef Jamie Dimon.

COCA-COLA

Auch von Konsumverzicht ist bisher wenig zu spüren. Der weltgrößte Softdrinkhersteller Coca-Cola glänzte am Mittwoch mit guten Quartalszahlen. Der Nettogewinn stieg in den ersten drei Monaten bis zum 28. März im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar, wie der Konzern mit Sitz in Atlanta mitteilte. Der Umsatz im operativen Geschäft kletterte um 21 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar. Diese Zahlen lagen ebenfalls über den Analystenschätzungen – auch wenn die kräftigen Zuwachsraten vor allem auf gutgehende Geschäfte in den Schwellenländern zurückzuführen sind. Im US-Heimatmarkt bleibe das wirtschaftliche Umfeld schwierig, sagte der designierte Konzernchef Muhtar Kent.

MERRILL LYNCH

Weniger gute Nachrichten kamen von der drittgrößten Investmentbank Merrill Lynch. Dem „Wall Street Journal“ zufolge muss die Bank weitere sechs bis acht Milliarden Dollar abschreiben. Das führe zum dritten Quartalsverlust in Folge. Die Wertberichtigungen summierten sich damit auf mehr als 30 Milliarden Dollar. Die Bank legt am heutigen Donnerstag ihre Quartalszahlen vor. Juliane Schäuble

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