Wirtschaft : Volksbank für Firmen

Das Berliner Institut hat ein gutes Kreditgeschäft, verliert aber Genossen.

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Konservativ erfolgreich. Die Berliner Volksbank ist zufrieden mit 2011. Foto: dapd
Konservativ erfolgreich. Die Berliner Volksbank ist zufrieden mit 2011. Foto: dapd

Berlin – Zum Schluss überwog die Zufriedenheit: „Sie sehen: Wir haben ordentlich gearbeitet“, fasste Holger Hatje, Chef der Berliner Volksbank, bei der gestrigen Bilanz-Pressekonferenz das Ergebnis der Bank für das Geschäftsjahr 2011 zusammen. Zuvor war bereits mehrfach von einem „Erfolgsjahr“ die Rede gewesen.

So seien die Erwartungen der Bank an das Jahr übertroffen worden. Neben einer Steigerung des operativen Ergebnisses von 71 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 76 Millionen in 2011 hob Hatje dabei unter anderem die Stärkung des Eigenkapitals um 28,3 Millionen auf 606,1 Millionen Euro sowie eine Steigerung der Vorsorgereserven um 7,7 Millionen auf 42,3 Millionen Euro hervor. Daneben wurden stille Reserven in Höhe von 29,6 Millionen Euro gebildet. 10,8 Millionen Euro Dividende (Vorjahr: 9,8 Millionen) sollen an die Mitglieder der Bank ausgeschüttet werden. Allein das Wertpapiergeschäft stagniert. „Hier spüren auch wir das abnehmende Vertrauen in die Stabilität des Euroraums“, so Hatje. Allerdings: „Den Revers sehen wir im Immobiliengeschäft. Da fühlen wir uns wunderbar wohl.“ Gerade Kredite für Immobilien im Wert von mehr als einer Million Euro seien verstärkt nachgefragt worden. Die Gefahr einer Immobilienblase sieht Hatje für Berlin nicht: „Der Eigenkapitalanteil bei den Investitionen muss stimmen.“

Allgemein ist es das Darlehensgeschäft, das für die Berliner Volksbank Grund zur Freude gibt: „Knapp eine Milliarde neues Kreditgeschäft in Berlin und Brandenburg sind sichtbare Anerkennung unserer Kunden für das Qualitätsversprechen der Volksbank“, so Hatje. Dabei gingen 82 Prozent der Kredite an Firmen- und Geschäftskunden. „Das wird auch in der Zukunft unser Kerngeschäft bleiben.“

Wermutstropfen in einer positiven Bilanz ist indes die weiterhin sinkende Zahl der Genossenschaftsmitglieder: So sei die im Vergleich der Volks- und Raiffeisenbanken traditionell niedrige Quote der Berliner im Jahr 2011 noch einmal um 1 200 zurückgegangen. Dass dabei vor allem unbedeutende Kleineigner durch Fortzug und Todesfall ausgeschieden seien, werde die Bank aber nicht davon abhalten, diesem Trend im Internationalen Jahr der Genossenschaften 2012 aktiv gegenzusteuern.

Für dieses Jahr erwartet die Bank insgesamt eine weitere leichte Verbesserung. „Wir haben sehr konservativ geplant und sind deshalb gut gestartet“, so Holger Hatje. Dabei rechne man vorausschauend mit einer anhaltenden Zurückhaltung der Kunden in Bezug auf dauerhafte Geldanlagen: „So wie der Dax performt, müssten die Provisionsergebnisse eigentlich nach oben gehen. Aber das ist nicht der Fall.“

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