Wirtschaft : Von Börsianern und dem Drang nach oben

Beim Planspiel Börse klettert das Team Banane auf Platz drei

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„Die Banane ist eine Frucht, die an der Staude immer nach oben wächst“ sagt der HobbyBörsianer Stefan Lorenz. „Außerdem hatten fast alle eine Banane in der Hand, als wir uns zum ersten Mal trafen.“ Für Stefan und die anderen Mitstreiter vom „Team Banane“, Simon Radmacher, Claudia Hübner, Sebastian Bosse, Helge de Vries (von links nach rechts) sowie Jan Neumann und Tino Rink, hat die gelbe Frucht auf jeden Fall eine Menge Glück gebracht.

Eine Woche vor dem Ende des Planspiels Börse der Berliner Sparkasse, sind die Spekulanten vom vierten auf den dritten Platz aufgestiegen. Am liebsten würden die sieben 19- bis 24-Jährigen aber ihre Konkurrenten „LEWSL“ von Platz zwei verdrängen. Die besuchen nämlich dieselbe Schule, das Oberstufenzentrum für Informatik in Berlin-Schöneweide. Beiden Gruppen wurde in dem Kurs „Betriebswirtschaftliche Prozesse“ die Aufgabe gestellt, durch das Planspiel mehr über die Börse zu lernen. Das Team Banane hat sich regelmäßig getroffen und die Börse wurde schließlich zum festen Teil des Pausengesprächs. Über die aktuellen Börsenkurse informierten sich die sieben Spekulanten über die Internetseite www.consors.de und den Fernsehsender „n-tv“. Kaufentscheidungen wurden grundsätzlich demokratisch getroffen.

Dass Loyalität aber auf dem Börsenparkett nichts verloren hat, musste das Team Banane schmerzhaft lernen. Weil die Telekom die Schüler ausbildet, haben sie T-Aktien gekauft. Kurz darauf gingen die Aktien aber in den Keller. Jetzt teilen die Schüler ihre Aktien besser auf: Mit Jenoptik, Biotec und Volkswagen im Depot hat das Team den Einbruch wieder gutmachen können. Der Depotwert ist in zwei Monaten um fast 20 Prozent gewachsen und liegt jetzt bei rund 60 000 Euro.

Auf dem ersten Platz in Berlin liegt derzeit die Gruppe „Skyliners“ der Sartre Oberschule – mit 64 000 Euro beinahe uneinholbar in Führung. Insgesamt spielen rund 41 000 Gruppen à zwei bis acht Personen in sieben Ländern Europas mit. Jede versucht, seit dem 1.Oktober ihr Startkapital von 50 000 Euro auf der virtuellen Börse gewinnbringend anzulegen. Wer bis zum 16. Dezember das meiste Kapital erwirtschaftet hat, kann eine Reise nach Paris oder verschiedene Geldpreise gewinnen. „Aber das Ganze ist eben nur ein Spiel“, sagt Helge. Und gerade Aktien seien eben keine sichere Sache.

Im Jahr 2001 trat der Schimpanse Johnny in einem Börsenduell gegen den studierten Volkswirt Ulrich Stockheim an. Seine Kaufentscheidungen traf der Affe mit einem Dartpfeil. Mit fast 25 000 Euro Vorsprung hat Johnny schließlich gewonnen. Übrigens: Er soll viele Bananen gegessen haben. sök

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