Wirtschaft : Von Davos bis Venezuela: Alle sind Papst Franziskus schickt Botschaft an Wirtschaftslenker

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Mittendrin.Foto: dpa

Berlin - Dass sich das Oberhaupt der Katholischen Kirche für Wirtschaftsfragen interessiert, ist spätestens seit November auch in kirchenferneren Kreisen bekannt. Da hatte der Papst Franziskus seine Lehrschrift „Evangelii gaudium“ vorgelegt und dort unter anderem Gedanken zur „sozialen Eingliederung der Armen“ ausgeführt. Am Mittwoch spielte Franziskus’ Wirtschaftsphilosophie an ganz unterschiedlichen Orten in unterschiedlichen Kontexten eine Rolle.

So erklärte Venezuelas sozialistischer Präsident Nicolas Maduro während einer Kabinettssitzung in Caracas, die päpstliche Schrift stehe in Einklang mit der sozialistischen Lehre seines im März 2013 verstorbenen Vorgängers Hugo Chavez. Das Schreiben habe eine große „Übereinstimmung mit dem vaterländischen Geist und der Ethik unseres Kommandanten Hugo Chavez“, sagte Maduro. „Der spirituelle und ethische Prozess, den Papst Franziskus in Gang setzt, ist sehr interessant. Und so begrüßen wir ihn“, wird der Präsident laut der katholischen Agentur KNA in den Medien Venezuelas zitiert.

Annäherungsversuche kamen gestern auch aus Irland. Auf dem Höhepunkt der Euro-Krise hatte Premier Enda Kenny dem Vatikan vorgeworfen, Untersuchungen von sexuellem Kindesmissbrauch zu sabotieren. Dies und der Sparzwang machten 2011 das bisher Undenkbare möglich: Irland schloss seine Botschaft im Vatikan. Nun begründete das Dubliner Außenministerium die Wiedereröffnung mit dem „Engagement von Papst Franziskus für die Armen“. Der Einsatz für die Entwicklung sei ein Grundpfeiler der irischen Außenpolitik, hieß es.

Nachrichten aus der weltpolitischen Peripherie. Sicher. Franziskus traf aber auch ins Zentrum, das man dieser Tage im Schweizer Davos verorten könnte, wo das Weltwirtschaftsforum eröffnet wurde. Als erster Papst ließ Franziskus dort eine Botschaft verlesen. Führende Manager und Politiker hätten eine „klare Verantwortung gegenüber anderen, vor allem denjenigen, die am zerbrechlichsten, schwächsten und verwundbarsten sind“. Auch dort: Applaus. Kevin P. Hoffmann

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