Von der DEG bis Vattenfall : Wie Berlin erleuchtet wurde

Handarbeit. Im Kesselhaus des ehemaligen Kohlekraftwerks am Schiffbauerdamm im Jahre 1896. Foto: Vattenfall
Handarbeit. Im Kesselhaus des ehemaligen Kohlekraftwerks am Schiffbauerdamm im Jahre 1896. Foto: Vattenfall

Die Glühlampe von Thomas Alva Edison hatte es Emil Rathenau angetan. Im Jahr 1881 besuchte der Berliner Unternehmer die Elektrizitätsausstellung in Paris, auf der Suche nach neuen Geschäftszweigen. Zum ersten Mal sah er dort die Erfindung des Amerikaners Edison und erkannte sofort deren wirtschaftliches Potenzial. Die kleine birnenförmige Lampe, in deren gläsernem Rumpf ein glühender Draht leuchtete, sollte mit seiner Hilfe den Siegeszug durch Deutschland antreten. Rathenau erwarb die Rechte zur Nutzung der Patente und brachte das elektrische Licht nach Berlin. Die ersten Glühlampen leuchteten 1882 in der Berliner Druckerei Büxenstein und noch im gleichen Jahr wird in Berlin die erste elektrische Straßenbeleuchtung in Betrieb genommen. 1883 gründete Rathenau die „Deutsche Edison- Gesellschaft für angewandte Elektrizität“ (DEG), die Vorgängerin der späteren AEG, und sicherte sich die öffentliche Stromversorgung für ein zwei Quadratkilometer großes Gebiet. Im Jahr 1884 gründete die DEG die Aktiengesellschaft „Städtische Elektricitäts- Werke“ – die spätere Bewag. In der Markgrafenstraße 44 entstand das erste öffentliche Elektrizitätswerk Deutschlands – es war die Geburtsstunde der öffentlichen Stromversorgung im Land. Seit 1912 versorgt das Unternehmen die Berliner auch mit Fernwärme. Technische Neuerungen wie elektrische Autos und Küchengeräte ließen den Strombedarf zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Höhe schnellen und das Unternehmen wachsen. Die Elektrizitätswerke überstehen Eigentümerwechsel, Inflation und den ersten Weltkrieg. Im Jahr 1923 erhält die Firma ihren noch heute bei den meisten Berlinern bekannten Namen: „Berliner Städtische Elektrizitätswerke Aktien-Gesellschaft“ – kurz Bewag. Der Zweite Weltkrieg und die anschließende Teilung der Stadt stoppen jedoch die scheinbar unaufhaltsame Expansion des Stromversorgers. Die Bewag wird auf Weisung der Sowjets in Ost und West geteilt. Im Westen arbeitet das Unternehmen unter erschwerten Bedingungen durch die Insellage der Stadt. Im Osten wird die Bewag 1978 in VEB Energieversorgung Berlin umbenannt. Nach der Wiedervereinigung verschmelzen Ost- und Westbetrieb wieder miteinander. 1997 wird die Bewag vollständig privatisiert. Ab 2001 übernimmt schließlich der schwedische Energiekonzern Vattenfall die Bewag und baut mit der Vattenfall Europe AG einen der größten deutschen Stromkonzerne mit Sitz in Berlin auf. ut

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