Wirtschaft : Von Kalifornien nach Dresden

RALF HÜBNER

Softwareunternehmen Paravisio verlegt den Unternehmenssitz nach Sachsen / Börsengang geplantVON RALF HÜBNER DRESDEN.Die Paravisio Software Inc.verlegt ihren Hauptsitz vom kalifornischen San Diego nach Dresden.Das wurde am Mittwoch offiziell bekanntgegeben.Das Unternehmen wird zu diesem Zweck in Deutschland als Paravisio Software AG neu gegründet.Das Stammkapital der neuen Aktiengesellschaft soll 100 000 DM betragen.In Dresden sind in den nächsten zwei Jahren Investitionen in Höhe von rund vier Mill.DM sowie die Schaffung von bis zu 170 neuen Arbeitsplätzen geplant.Die Umsatzerwartung bezifferte Vorstand Peter Eichhorst für 1998 mit sechs Mill.DM, die 1999 auf 30 bis 40 Mill.DM gesteigert werden sollen.Für das Jahr 2000 sind 100 Mill.DM angepeilt.In etwa zwei Jahren soll das Unternehmen an die Börse gebracht werden. Nach den Hardware-Herstellern Siemens und Advanced Micro Devices (AMD) ist Paravisio der erste international tätige Software-Hersteller, der sich in der sächsischen Landeshauptstadt niederläßt.Das Unternehmen will sogenannte Workflow-Software, das sogenannte SmartFlow 98, zur Automatisierung und Optimierung von Geschäftsvorgängen, herausbringen.Das Computer-Programm ist vor allem auf kleine und mittelständische Unternehmen sowie auf Verwaltungen zugeschnitten und basiert auf der Infrastruktur von Microsoft.Im Unternehmen wird von einem stark expandierenden Markt für Workflow-Management-Programme auf weltweit fünf Mrd.Dollar bis zum Jahr 2000 ausgegangen.Der Vertrieb des SmartFlow 98 von Parvisio wird von der Computer 2000 AG, München, übernommen.Der amerikanische Markt soll von der Niederlassung in San Diego erschlossen werden.In San Diego soll außerdem die Basistechnologie weiterentwickelt werden, während sich Dresden mit der Anwendungsentwicklung beschäftigt. Als Grund für die Verlegung des Firmensitzes von San Diego nach Dresden nannte Firmengründer und Vorstand Peter Eichhorst das "ideale Umfeld", das er vorgefunden habe.In Dresden habe sich in den letzten Jahren "so etwas wie ein kleines Silicon Valley in Deutschland entwickelt", in dem ein beachtliches Innovationspotential versammelt sei.Außerdem sei die Zusammenarbeit mit der Universität vielversprechend.Die Bedingungen seien in Sachsen nicht schlechter als in San Diego.Gegenwärtig zählt das Unternehmen 25 Mitarbeiter, 15 davon wurden seit Jahresbeginn in Dresden eingestellt.Bis Jahresende soll die Mitarbeiterzahl auf 40 und 1999 auf 100 steigen. Außerdem macht Eichhorst private Gründe für die Firmenverlegung geltend.Eichhorst stammt aus dem sächsischen Mühlberg, ging mit der Familie 1960 in den Westen und nahm 1973 ein Auslandsstudium in San Diego auf.Seitdem lebt er in den USA.Die Paravisio ist Eichhorsts dritte Firmengründung.Die habe er in seiner Heimat realisieren wollen, heißt es.Sachsens Wirtschaftsminister Kajo Schommer sieht in der Ansiedlung eine Bestätigung seiner Politik, die den Aufbau Sachsens zum Hochtechnologiestandort zum Ziel habe.

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