Wirtschaft : Vorbild Telefon-Markt

Noch haben die privaten Haushalte nichts vom liberalisierten Strommarkt seit April vorigen Jahres gespürt, beschränkt sich der Wettbewerb doch auf die großen Kunden, vor allem Unternehmen.Aber die sparen erheblich, seit dem einstigen Berliner Monopolisten, der Bewag AG, Konkurrenz erwächst.Große Unternehmen besorgen sich ihren Strom bei Wettbewerbern, kleine Firmen schließen sich zu Pools zusammen oder kaufen bei einem Energiebroker wie der Ampere AG.Auf dem Markt für Strom wiederholen sich die Prozesse, die auf dem Telefonmarkt zu beobachten sind: Mit dem neuen Wettbewerb kommen immer mehr Anbieter auf den Markt, die Konkurrenz wird härter - und die Preise fallen.

Erst haben nur die Großkunden etwas davon, doch bald profitieren auch Privatleute.Vorbild für diesen Trend ist der im nunmehr zweiten Jahr herrschende Wettbewerb auf dem Telefonmarkt.Inlandstelefonate zur Hauptverkehrszeit am Vormittag an Werktagen waren zum Jahreswechsel rund 70 Prozent günstiger als noch ein Jahr zuvor, bevor der Telefonwettbewerb begann.Dabei handelt es sich um einen standardmäßigen Tarif, den jeder ohne Volumenrabatt oder Voranmeldung bei einem Telefonunternehmen nutzen kann.Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post berichtet, das Preisniveau werde auch im laufenden Jahr weiter sinken.

Entscheidend dafür ist nach Angaben des Regulierers die Preissenkung der Deutschen Telekom.Denn je länger Wettbewerb herrscht, umso mehr muß die Ex-Monopolistin bieten, um gegen die vielen neuen Konkurrenten anzukommen: Schließlich steigt das Vertrauen der Verbraucher in die jungen Anbieter immer mehr.Mittlerweile, so die Behörde, stünden zwei von drei Telefonkunden den Neulingen positiv gegenüber.Die Liberalisierung des Strommarkts hat vielerorts schon für erfreuliche Wirkungen gesorgt: In Großbritannien, Skandinavien und den USA sind die Preise im Wettbewerb um rund 50 Prozent gesunken.

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