• Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Beamten Versicherung steht unter dem Verdacht der Erpressung und Korruption

Wirtschaft : Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Beamten Versicherung steht unter dem Verdacht der Erpressung und Korruption

Der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Beamten Versicherung (BBV), Klaus Dieter Schweickert, soll beim Korruptionsskandal um den Verkauf des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) drei Mill. DM kassiert haben. Wegen des Verdachts der Untreue, Erpressung und Steuerhinterziehung wurde er bereits am Montag auf dem Flughafen Innsbruck verhaftet, wie der Bochumer Staatsanwalt Josef Wewers gestern mitteilte.

Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte BBV-Chef und Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Pfandbriefanstalt sitze zur Zeit in der Strafanstalt in Innsbruck. Wenn der Manager einer Auslieferung zustimme, könne er schon bald nach Deutschland gebracht werden. Schweickert ist bereits der dritte Manager, der im jüngsten Korruptionsskandal im Umkreis des Veba-Konzerns verhaftet wurde. Mitte Juli waren zunächst der ehemalige Bonner Oberstadtdirektor und Veba-Immobilien-Manager Dieter Diekmann und der Bonner Bauträger Berthold Kaaf in Untersuchungshaft genommen worden.

Bei dem Verkauf des Bonner Bürohauses im Jahr 1996 an eine Käufergemeinschaft bestehend aus Bayerischer Beamtenversicherung, Deutscher Pfandbriefanstalt und der Veba Immobilien AG sollen sie mit einer Luftrechnung über Maklerleistungen sechs Millionen Mark erschwindelt haben. Die Hälfte des Betrages sei dann in bar von Kaaf an Schweickert übergeben worden. Der BBV-Chef stehe im Verdacht, Kaaf zu den Betrügereien genötigt zu haben, betonte der Oberstaatsanwalt. Auf die Spur der mutmaßlichen Mauscheleien hatte ein anonymes Schreiben geführt, das im Mai dieses Jahres bei der Veba-Tochter Viterra eingegangen war. Darin wurde behauptet, die Maklerprovision sei "schwarz" an verschiedene Beteiligte zurückgeflossen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben