Wirtschaft : VW trotz Konjunkturschwäche auf Rekordkurs

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VW ist trotz der Konjunkturschwäche gut unterwegs und wird voraussichtlich in diesem Jahr neue Bestmarken bei Ergebnis und Umsatz erreichen. Die Aussichten für das kommende Jahr sind aber alles andere als klar: "Die Auswirkungen der Anschläge in den USA auf die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft und damit auch auf die Geschäftstätigkeit des Volkswagen-Konzerns sind aus heutiger Sicht nur schwer abschätzbar", heißt es im jüngsten VW-Zwischenbericht. In den ersten neun Monaten lieferte der Konzern weltweit 3,9 Millionen Autos aus - 2,1 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal stiegen die Auslieferungen aber nur noch um ein Prozent.

Der Umsatz nach deutscher HGB-Rechnung stieg in den ersten neun Monaten um 6,8 Prozent auf 68,189 Milliarden Euro, allerdings gab es im dritten Quartal nur noch ein Wachstum um 0,6 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern lag nach den ersten neun Monaten bei 2,5 Milliarden Euro und damit um 6,8 Prozent über dem Vorjahr. Berechnet man den Gewinn nach internationalem IAS-Standard (siehe Lexikon, Seite 18), dann kommt der Konzern sogar zu einem Ergebnis von 3,7 Milliarden Euro; bei einem IAS-Umsatz von 66,4 Milliarden Mark ergibt sich eine Umsatzrendite von 5,6 Prozent; Konzernchef Ferdinand Piëchs Renditeziel liegt sei Jahren bei 6,5 Prozent. Im dritten Quartal erhöhte sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 9,8 Prozent auf 988 Millionen Euro und lag damit deutlich über den Erwartungen der Analysten. Auffallend dabei ist ein sonstiges betriebliches Ergebnis von 470 Millionen Euro, im dritten Quartal des Vorjahres wurde unter dieser Position noch ein Minus von 255 Millionen Euro ausgewiesen. Laut VW-Sprecher Kurt Rippholz ist das diesjährige Plus auf positive Wechselkurseffekte zurückzuführen. Grafik: Der Volkswagen-Konzern Der Erfolg in den ersten neun Monaten ist nach Unternehmensangaben vor allem auf die Marken VW und Audi, gute Absätze in Nordamerika und der Region Asien-Pazifik sowie auf den Geschäftsbereich Finanzdienstleistungen zurückzuführen. Das Ergebnis der spanischen Tochter Seat habe Vorjahresniveau erreicht, bei Skoda ging es sogar "trotz der guten Absatzlage" zurück, was der Konzern mit ungünstigen Wechselkursen erklärt. In den USA verkauften sich die Marken VW und Audi in den ersten neun Monaten fast so gut wie im Vorjahr: Mit 333 000 Autos wurden dort nur 3000 Fahrzeuge weniger verkauft als im Vorjahreszeitraum. "Auf dem um 7,7 Prozent rückläufigen US-amerikanischen Pkw-Markt lieferte Volkswagen 268 789 Einheiten aus (minus 2,2 Prozent). Bei Audi hielt der positive Trend mit 63 658 verkauften Modellen (plus 5,6 Prozent) an", heißt es im Zwischenbericht über den US-Markt.

Die Verkäufe im Ausland kompensierten die Nachfrageschwäche im Inland: Mit 746 781 Fahrzeugen lag der VW-Konzern auf dem deutschen Markt um 4,3 Prozent unter Vorjahr. Positiv entwickelte sich dagegen das Geschäft in Osteuropa, wo mit 252 172 Fahrzeugen knapp 17 Prozent mehr verkauft wurde. Eine deutliche Abkühlung registrierte der Konzern zuletzt in Südamerika. Besonders dramatisch war die Entwicklung in Argentinien, wo Volkswagen in den ersten neun Monaten nur noch 22 000 Autos (minus 43,2 Prozent) verkaufte. Unter dem Strich verbuchte die gesamte Region Südamerika/Afrika noch ein Plus von 8,4 Prozent auf 425 217 Fahrzeuge. Der bei weitem größte Anteil entfiel dabei auf Volkswagen do Brasil mit 336 000 Fahrzeugen (plus 12,6 Prozent). "Die positive Entwicklung des ersten Halbjahres schwächte sich auf dem brasilianischen Pkw-Markt im Verlauf des dritten Quartals deutlich ab", schreibt VW.

Die Verkaufsentwicklung in der Region Asien-Pazifik war mit 350 000 Fahrzeugen (plus 11,8 Prozent) weiter positiv. In China wurden 273 237 Einheiten verkauft (plus 12,8 Prozent). Vergleichsweise bescheiden fallen die Zahlen für Japan aus, wo mit 52 391 Kraftfahrzeugen VW knapp acht Prozent mehr verkaufte. Gegenüber dem Stand Ende 2000 erhöhte sich die Zahl der VW-Beschäftigten bis Ende September leicht auf 324 713 Mitarbeiter davon waren 166 805 Personen (plus 1,6 Prozent) im Inland tätig.

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