Wirtschaft : Wachstum in den USA schwächelt Notenbank Fed

reduziert Prognose

Washington - Wegen der schleppenden Erholung in den USA denkt die Notenbank Fed über weitere Konjunkturstützen nach. Wie aus den Protokollen der Zinssitzung von Ende Juni hervorgeht, wurde über weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft beraten. Die Fed müsse zusätzliche Schritte zur Belebung der Konjunktur in Erwägung ziehen, sollte sich der Ausblick spürbar eintrüben, heißt es in der am Mittwochabend veröffentlichten Mitschrift der Sitzung. Die Notenbanker blicken zugleich skeptischer auf die Wirtschaft als noch im Frühjahr: Sie schraubten ihre Wachstumserwartung für dieses Jahr um einen Viertelprozentpunkt auf 3,25 Prozent herunter. Die Börsen zeigten sich wenig überrascht. Aktien in Europa notierten leicht im Plus.

3,25 Prozent – ein solche Schlagzahl bei der Wirtschaftsleistung gilt unter Experten als viel zu schwach, um die düstere Lage am Arbeitsmarkt merklich aufzuhellen. Besonders bedenklich stimmen dürfte die Notenbanker, die Vollbeschäftigung sichern sollen, dass die Krise bereits mehr als acht Millionen Amerikaner den Job gekostet hat. Die Arbeitslosenquote liegt mit 9,5 Prozent weiterhin auf einem für US-Verhältnisse hohen Niveau. Sie dürfte sich nach Einschätzung der Fed bis zum Jahresende kaum verringern.

Die Notenbank hatte den Leitzins auf dem Höhepunkt der Krise auf nahe null gedrückt und seither betont, dass sie daran festhalten will. „Das Protokoll deutet daraufhin, dass die Zinsen für lange Zeit niedrig bleiben werden und die Fed – wenn nötig – nach weiteren Wegen zur Unterstützung der Konjunktur Ausschau halten wird“, sagte Ökonom Ward McCarthy von Jefferies & Co. Sie könnte beispielsweise ausgelaufene Programm zum Ankauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren wieder aufleben lassen. Insbesondere der Immobilienmarkt, von dem die Finanzkrise ihren Ausgang nahm, hat sich noch nicht erholt. US-Banken haben einer Studie zufolge im Frühjahr so viele Eigenheime gepfändet wie nie zuvor. Für das gesamte Jahr rechnen die Experten mit mehr als einer Million Pfändungen. rtr

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