Wirtschaft : Wachstumssprung nach Zukäufen - Aktie fällt nach Quartalszahlen

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Thomas Haffa, Vorstandschef der EM-TV & Merchandising AG, dämpfte am Dienstag die Euphorie ein wenig. Mit den stürmischen Sprüngen der Vergangenheit werde EM-TV künftig nur noch schwer weiter wachsen, sagte Haffa. Im laufenden Geschäftsjahr werde aber noch mit einem Umsatzschub auf 1,6 Milliarden Mark gerechnet, was gegenüber 1999 eine Verfünffachung bedeutet. Mittelfristig würden nur noch 20 bis 25 Prozent des Umsatzes im Inland erwirtschaftet, sagte Haffa.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll sich 2000 auf mindestens 600 Millionen Mark nahezu verdreifachen. Der Löwenanteil des Umsatzwachstums wird aus der im Jahresverlauf erstmaligen Konsolidierung der drei Großakquisitionen resultieren. Finanzvorstand Florian Haffa rechnete vor, dass auf die Jim Henson Group (zu 100 Prozent in EM-TV-Besitz) ein Umsatz von 314 Millionen Mark entfallen wird, auf die Formel 1 (zu 50 Prozent in EM-TV-Besitz) anteilig 556 Millionen Mark und auf die Tele-München-Gruppe (EM-TV-Anteil 45 Prozent) anteilig 203 Millionen Mark. Für das interne Wachstum bleiben damit gut 210 Millionen Mark übrig.

Die Formel 1 erwirtschaftet derzeit eine Marge in Bezug auf das Ebit von etwa 48 Prozent, teilte Haffa mit. Damit würde allein aus der Formel 1-Beteiligung bei EM-TV ein Gewinn von knapp 270 Millionen Mark anfallen. Auch die Tele-München-Gruppe wird 2000 einen sehr hohen Gewinn ausweisen, da zuletzt die Beteiligung am Spartensender TM 3 an Rupert Murdoch für 350 Millionen Mark verkauft wurden. Zu Zahlen zum Geschäftsjahr 1999 und den Prognosen 2000 für die Tele-München-Gruppe wollte sich Haffa nicht konkret äußern. Derzeit würde die Rechnungslegung der Tele-München-Gruppe in Vorbereitung auf den Gang an den Neuen Markt auf den internationalen Standard IAS umgestellt. Der Börsengang soll bis Frühjahr 2001 erfolgen.

Die Jim Henson-Group ("Sesamstrasse", "Muppets-Show"), die Anfang 2000 erworben wurde, habe 1999 einen leichten Verlust erwirtschaftet, teilte Florian Haffa weiter mit. Inzwischen habe das EM-TV-Management "aufgeräumt", so dass 2000 mit schwarzen Zahlen gerechnet würde. Der EM-TV-Umsatz stieg im ersten Quartal um 30 Prozent auf 84,6 Millionen Mark, das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (Ebit) um 36 Prozent auf 40 Millionen Mark. Das Ebit verbesserte sich nach Analysten-Angaben nur leicht, das Vorsteuer-Ergebnis lag danach bei 13 Millionen Mark, nach 25,2 Millionen Mark im Vorjahresquartal. Die EM-TV-Aktie reagierte gestern auf die Zahlen mit einem zeitweisen Absturz um zehn Prozent. Dann erholte sich das Papier wieder.

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