Wirtschaft : Wall Street Journal und Financial Times starten mit neuer Wirtschaftszeitung in Russland

mbr

Zehn Mill. Dollar wollen das Wall Street Journal (WSJ) und die Financial Times (FT) zusammen mit dem privaten, in Moskau ansässigen niederländisch-russischen Verlagshaus Independent Media in den nächsten drei Jahren in den Aufbau einer neuen russischsprachigen Wirtschafts- und Finanzzeitung stecken. "Wedemosti" - übersetzt heißt dies Zeitung/Denkschrift - erschien am Dienstag erstmals in Moskau. Die drei Verlage sind zu je einem Drittel an dem Projekt beteiligt.

25 000 Exemplare sollen zunächst über Kioske und Abonnements, weitere 50 000 durch kostenloses Versenden an Vielflieger, Kreditkartenbesitzer oder Besucher teurer Restaurants vertrieben werden, sagte der zuständige Direktor Michail Dubnik dem Handelsblatt. Bereits in zweieinhalb Jahren solle die verkaufte Auflage auf 50 000 bis 60 000 plus Versandexemplare gesteigert werden. Bislang habe das Blatt aber erst 600 Abonnenten.

Mit der Zeitung, die als Chefredakteur von dem erst 27 Jahre alten Leonid Bershidsky - zuvor Wirtschafts-Ressortchef der englischsprachigen "Moscow Times" - geleitet wird, betritt Independent Media Neuland: Wedemosti ist die erste Tageszeitung der Gruppe auf Russisch. Bislang ist das vom holländischen Firmenchef Derk Sauer geleitete Unternehmen mit neun russischsprachigen Adaptionen westlicher Hochglanzmagazine und zwei englischsprachigen Tageszeitungen im russischen Blätterwald vertreten.

"Ich habe mir damit einen Traum erfüllt und mit Wall Street Journal und Financial Times die zwei besten Partner dafür gefunden", sagte Sauer bei der Präsentation des Blattes in Moskau. Zunächst wird die Zeitung nur dort, von Oktober an auch in St. Petersburg verkauft. In zwei Jahren sollen sechs Regionalhauptstädte hinzu kommen.

"Wir wollen unsere hohen Standards einbringen - Objektivität, Professionalität und Ethik", erläuterte Frederick Kempe, Chefredakteur des Wall Street Journal Europe, das Anliegen der West-Zeitungspartner. Zusammen mit Anthony Robinson von der Financial Times wird Kempe die 40-köpfige Wedemosti-Redaktion beraten. Chefredakteur Leonid Bershidsky betonte, Anliegen von "Wedemosti" sei die unabhängige Berichterstattung.

Da bereits für 2,5 Mill. Dollar Anzeigen verkauft werden konnten, könnte die Gewinnschwelle bereits vor dem dafür angepeilten Ziel in drei Jahren erreicht werden, hofft Dubnik. Die sechs Politik- und Wirtschaftsseiten sowie die acht auf lachsfarbenem Papier gedruckten Unternehmensseiten werden für fünf Rubel verkauft - umgerechnet 40 Pfennig.

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