Warenhäuser auf dem Prüfstand : Karstadt - ein gutes Stück Berlin

Alle Karstadt-Filialen müssen auf den Prüfstand, sagt der neue Eigentümer. Doch aus Berlin sind die Häuser kaum wegzudenken - vom "Tanker" in Spandau bis zum einstigen Vorzeige-Kaufhaus am Hermannplatz. Eine Bestandsaufnahme.

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Noch ist unklar, wie es mit Karstadt weitergeht. Foto: Thilo Rückeis
Noch ist unklar, wie es mit Karstadt weitergeht.Foto: Thilo Rückeis

Alle Filialen müssen auf den Prüfstand – das hatte Aufsichtsratschef Stephan Fanderl schon vor Monaten angekündigt. Vor dem großen Kahlschlag aber war Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen immer zurückgeschreckt, der nach der Übernahme aus der Insolvenz als Retter gefeiert worden war. Lieber ließ er alles weiterlaufen wie zuvor. Dass das keine Lösung ist, beweisen die jüngst veröffentlichten Ergebnisse: Im Geschäftsjahr 2012/2013 belief sich das Minus auf 131 Millionen Euro. Jetzt nennt der österreichische Investor René Benko Karstadt sein Eigen. Branchenkenner bezweifeln, dass er Karstadt als eigenständiges Unternehmen erhalten will. Die einen spekulieren über eine Fusion mit Kaufhof zur Deutschen Warenhaus AG. Andere halten es für wahrscheinlicher, dass Benko die Immobilien zumindest in Teilen umwidmet, um darin Einkaufscenter entstehen zu lassen. Am Kurfürstendamm will er dafür zwei angrenzende Gebäude erwerben. Mindestens 20 der bundesweit 83 Häuser machen Verluste, heißt es aus dem Aufsichtsrat.

Die Gewerkschaft Verdi kämpft dafür, dass alle Standorte erhalten bleiben. Sie wirbt für Renovierungen und Neuausrichtungen. In Berlin beschäftigt Karstadt gut 1300 Mitarbeiter. Die Lebensmittelabteilung im Untergeschoss, das Restaurant ganz oben: So kennt Berlin Karstadt seit Jahrzehnten. Wie stehen die einzelnen Häuser da? Acht subjektive Momentaufnahmen.

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