Wirtschaft : Warner-Lambert will angeblich mit Procter & Gamble fusionieren

Walter Pfaeffle

Das amerikanische Pharmaunternehmen Warner-Lambert Company verhandelt angeblich mit der Procter & Gamble Corporation (P&G) über eine Fusion. Medienberichten vom Mittwoch zufolge sucht Warner-Lambert einen "Weißen Ritter", um das Übernahmeangebot des Pharmaunternehmens Pfizer Inc. für Warner-Lambert zu kippen.

Dabei hatte Warner-Lambert sich eigentlich schon mit American Home Products Co (AHP) auf eine Fusion im Wert von 56 Milliarden Dollar geeinigt. Dann gab Warner-Lambert Verhandlungen mit dem Pharmariesen Pfizer Inc bekannt, dem Hersteller des Potenzmittels Viagra. Pfizer bietet 78 Milliarden Dollar für Warner-Lambert. Und jetzt taucht wie aus heiterem Himmel auch noch der Konsumgütergigant Procter & Gamble auf der Bildfläche auf. Den Medienberichten zufolge könnte P&G lediglich als "weißer Ritter" angeheuert worden sein, um Warner-Lamberts Aktienkurs in die Höhe zu treiben. Das hätte zur Folge, dass Pfizer im Fall einer Übernahme mehr Geld für Warner-Lambert bieten müsste. An der New York Stock Exchange notierten Warner-Lambert am Mittwoch mit 94,7 (+ 4,7) deutlich über Pfizers Angebot. Doch vielleicht ist das Angebot auch ehrlich gemeint und P&G will tatsächlich AHP schlucken. Keines der Unternehmen wollte sich am Mittwoch zu den Spekulationen äußern.

Eine Dreier-Fusion würde den führenden amerikanischen Konsumgüterhersteller P&G in den obersten Rang der globalen Pharma-Riege befördern und dem in Cincinnati beheimateten Unternehmen den Zugang zum Markt für rezeptpflichtige Medikamente öffnen. Die Kosten wären aber selbst für P&G wohl zu hoch, meinten Analysten. Der Kauf von Warner-Lambert allein läge deshalb näher. Andererseits dürfte sich Pfizer so einfach nicht vertreiben lassen. "Pfizer wird sich durchsetzen, nur zu einem höheren Preis, mindestens 100 Dollar je Aktie", glaubt Leonard Yaffe, Analyst bei der Bank of America.

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