Wirtschaft : Wegweiser für den Osten

Einkaufsführer stellt Anbieter aus den neuen Ländern vor

BERLIN (mot).Bund, Länder und Kommunen können künftig bei der öffentlichen Beschaffung auf einen Einkaufsführer zurückgreifen, der ausschließlich ostdeutsche Anbieter auflistet.Das am Mittwoch in Berlin vorgestellte und von der Wegweiser GmbH herausgegebene Branchenbeschaffungsbuch soll Ostdeutschland stärker ins Blickfeld der öffentlichen Auftraggeber vor allem in den westdeutschen Ländern und Kommunen rücken.Bislang liege der Anteil der ostdeutschen Produkte und Leistungen bei nur einem Prozent, sagte Klaus von Dohnanyi, Beauftragter für Marktfragen der Treuhandnachfolgerin BvS und Beiratsmitglied der Wegweiser GmbH, die die Arbeit der BvS Arbeitsgruppe Markt und Staat seit dem 1.Januar 1997 privatwirtschaftlich fortführt. Das jährliche Beschaffungsvolumen der öffentlichen Hand betrage über 300 Mrd.DM, rund 11 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, sagte Dohnanyi.Die Produkte ostdeutscher Anbieter seien zwar wettbewerbsfähig, ihr Vertrieb werde aber immer noch zu stark vernachlässigt.Dohnanyi appellierte zugleich an die ostdeutschen Länder und Kommunen, stärker bei der Auftragsvergabe und beim Export zu kooperieren.Ein Bestreben, den Firmen vor Ort Vorrang einzuräumen sei allenfalls in Ansätzen zu erkennen.Das EU-Recht erlaube regionale Präferenzlösungen, da die Länder zu den Ziel-1-Gebieten zählen.Diese Möglichkeit werde von den Ländern aber nicht systematisch genug genutzt.Auch beim Werben um Exportmärkte würden die Länder noch zu sehr im Alleingang arbeiten, statt ihre Anstrengungen zu koordinieren. Der Wegweiser wird in einer Auflage von 13 000 Stück an die Entscheidungsträger in der Beschaffung bei Bund, Ländern und Gemeinden, der Bahn, Post und den Versorgungsunternehmen sowie Großunternehmen und Handelsorganisationen verschickt.

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