Wirtschaft : Wenig Gründe, um Aktien zu kaufen

Henrik Mortsiefer

Der Deutsche Aktienindex hat die vergangene Woche mit einem mageren Plus von 0,7 Prozent bei einem Punktestand von 5701 beendet. Was Börsianer Seitwärtsbewegung nennen, dokumentiert eine Unentschlossenheit der Marktteilnehmer. Kann es nach dem steilen Anstieg der Kurse in den vergangenen Monaten überhaupt noch weiter nach oben gehen? Oder setzen sich jetzt nach und nach die Pessimisten durch, die vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur und einer nachlassenden Zugkraft der US-Wirtschaft warnen? Einige Strategen machten sich vor dem Wochenende Mut: Die Geschäftszahlen von Daimler-Chrysler und VW in der kommenden Woche würden dem Dax noch einmal Schwung geben, hieß es. 5800 Punkte seien dann in Reichweite. Auch die DZ Bank empfiehlt Anlegern, bei zwischenzeitlichen Kursrückschlägen Aktien nachzukaufen – wenn es sich um europäische oder japanische Titel handelt. „Für den US-Markt sind wir hingegen pessimistisch“, schreiben die Banker. „Wir erwarten auf Sicht der kommenden sechs Monate fallende Kurse.“ Auf dem US-Aktienmarkt sollten nach Ansicht der DZ Bank nur ausgewählte Einzeltitel gekauft werden. Von der ersten offiziellen Erklärung des neuen US-Notenbankchefs Ben Bernanke erhoffen sich die Investoren in der kommenden Woche wichtige Hinweise über die künftige Zinspolitik.

Rolf Elgeti, der für ABN Amro die Finanzmärkte beobachtet, sieht keinen Grund, warum man Aktien jetzt verkaufen sollte. „Der Aufwärtstrend dürfte sich fortsetzen.“ Dieser Ansicht ist auch Markus Reinwand von Helaba Trust. Er glaubt, dass die deutsche Börse sich wegen der vielen zyklischen, also konjunkturabhängigen Aktien in den kommenden Wochen besser entwickeln wird als andere europäische Märkte. Er rechnet mit einem Anstieg des Dax bis auf 6000 Punkte. Allerdings sieht er die Gefahr einer Überhitzung. Auch die DZ Bank setzt dem Dax ein Sechs-Monats-Ziel von 6000 Punkten. In zwölf Monaten sagen die Banker einen Dax von 6100 Punkten voraus.

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