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Weniger Ausgaben für Sprit und Heizöl : Inflation auf dem niedrigsten Stand seit viereinhalb Jahren

Der fallende Ölpreis hält die Inflationsrate in Deutschland stabil. Teurer geworden sind einige Nahrungsmittel: Molkereiprodukte, Kaffee, Tee und Kakao.

Billiger einkaufen. Erheblich günstiger geworden sind Butter, Kartoffeln und Äpfel.
Billiger einkaufen. Erheblich günstiger geworden sind Butter, Kartoffeln und Äpfel.Foto: dpa

Billigeres Tanken und Heizen hält die Inflation in Deutschland auf dem niedrigsten Stand seit viereinhalb Jahren. Die Verbraucherpreise stiegen im Oktober zum vierten Mal in Folge um 0,8 Prozent zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. “Eine niedrigere Teuerungsrate wurde zuletzt im Februar 2010 mit 0,5 Prozent ermittelt“, hieß es. Damals kämpfte die Wirtschaft mit den Folgen der globalen Finanzkrise.

Kartoffeln sind um 27,3 Prozent preiswerter


Energie verbilligte sich wegen weltweit fallender Ölpreise um 5,3 Prozent im Vergleich zum Oktober 2013. Leichtes Heizöl kostete dabei 10,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, Kraftstoffe wie Benzin 3,5 Prozent weniger. Strom wurde dagegen 1,8 Prozent teurer. Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke zogen um 0,9 Prozent an. Allerdings war die Entwicklung hier höchst unterschiedlich: Deutlich teurer waren neben Molkereiprodukten (plus 6,5 Prozent) auch Kaffee, Tee und Kakao (plus 6,4), erheblich günstiger hingegen Butter (minus 19,1), Kartoffeln (minus 27,3) und Äpfel (minus 18,4).

Die Notenbank kämpft gegen die Deflation


Die Verbraucherpreise sind auch in Deutschland niedriger als es der Europäischen Zentralbank (EZB) lieb sein kann. Sie strebt eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Die Wirtschaftsweisen gehen davon aus, dass die Teuerung vorerst sehr niedrig bleibt: Für 2015 erwarten sie in ihrem Gutachten für die Bundesregierung einen durchschnittlichen Wert von 1,3 Prozent, während für dieses Jahr 1,0 Prozent vorausgesagt werden. Der Preisdruck im Euroraum wird nach Einschätzung von Ökonomen in den nächsten Jahren noch schwächer ausfallen als bislang angenommen. In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der EZB senkten die 61 Experten ihre Prognosen für die Teuerung. In diesem Jahr erwarten sie nun eine Inflationsrate von lediglich 0,5 (bisher 0,7) Prozent, im kommenden Jahr rechnen sie mit einem leichten Anstieg auf 1,0 (1,2) Prozent. Für 2016 sagen die Ökonomen eine Jahresrate von 1,4 (1,5) Prozent voraus. Die EZB sieht Preisstabilität bei einer Inflation von knapp unter 2,0 Prozent gewahrt. Im Oktober lag die Jahresrate trotz leichten Anstiegs mit 0,4 Prozent deutlich darunter. Um einen für die Wirtschaft schädlichen Preisverfall im Euro-Raum zu verhindern, hat die EZB ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt. Außerdem pumpt sie Milliarden an billigem Geld in die Wirtschaft.rtr

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