Wirtschaft : Weniger deutsche Exporte nach Osteuropa

Der deutsche Export in die Reformländer Mittel- und Osteuropas ist Mitte vergangenen Jahres erstmals seit Anfang der 90er Jahre ins Stocken geraten. Wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem neuen Wochenbericht schreibt, gingen die Lieferungen infolge der russischen Finanzkrise sogar zurück. Bei rückläufigen Exporten und leicht steigenden Importen sei im Warenhandel mit den Reformländern in Mittel- und Osteuropa im ersten Quartal dieses Jahres ein geringes Defizit zu verzeichnen, heißt es in dem Bericht weiter. Während im Austausch mit Polen, Tschechien und Ungarn aber auch in den ersten Monaten 1999 noch ein Überschuß erreicht wurde, sei der Handel mit den osteuropäischen Reformländern ins Defizit geraten.Die Ökonomen erwarten, daß insbesondere die Staaten der CEFTA (für Central European Free Trade Area; bis Ende 1998: Polen, Tschechien, Ungarn, Slowakei und Slowenien) von der erwarteten konjunkturellen Erholung in Westeuropa profitieren werden. Diese hätten bedingt durch die hohen Direktinvestitionen ihre Exportfähigkeit erheblich gesteigert. Insbesondere Polen und Ungarn dürfte es durch steigende Exporte gelingen, die frühere Dynamik zurückzugewinnen, so das DIW. Auch Tschechien dürfte allmählich die krisenhafte Lage überwinden. Hingegen sei das Vertrauen westlicher Kreditgeber gegenüber Rußland nach spektakulären Insolvenzen einiger Banken erschüttert. Die Forscher rechnen damit, daß die deutschen Exporte in diese Länder auch im kommenden Jahr "gedrückt bleiben". Insgesamt sei nicht mit einer dynamisch wachsenden Wirtschaft in Osteuropa zu rechnen. Damit dürften die deutschen Exporte auf dem nierdrigen Niveau bleiben.

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