Wirtschaft : Weniger Diesel-Autos verkauft Studie: Kleine Benziner sind genauso sparsam

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Berlin - Diesel-Fahrzeuge, deren Marktanteil sich in den vergangenen 15 Jahren in Deutschland fast verdreifacht hat, sind für Neuwagenkäufer weniger attraktiv. „Die stürmische Entwicklung des Diesels der letzten Jahre ist gestoppt“, schreibt der Duisburger Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer in einer aktuellen Studie.

Im ersten Halbjahr 2013 seien mit 47,3 Prozent etwas weniger Neuwagen mit Diesel-Antrieb zugelassen worden als noch im Vorjahreszeitraum (47,9 Prozent). Aufs Jahr hochgerechnet deutet sich damit der erste Rückgang seit 2009 an, erläuterte der Leiter des Centers Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen.

Dudenhöffer erklärt den Trend unter anderem mit der zunehmenden Konkurrenz sparsamer Dreizylinder- und kleinvolumiger Otto-Motoren, die ähnlich niedrige Verbrauchswerte wie Dieselantriebe erzielen. „Es hat ein klares Umdenken stattgefunden“, erklärte Dudenhöffer. „Smart is beautiful“ laute die Maxime der Motorenentwickler. Die strengen Verbrauchsvorgaben der EU-Kommission hätten zu einer „regelrechten Revolution“ im Motorenbau bei den Autobauern geführt. Vor allem die deutschen Hersteller müssen kleinere, effiziente Fahrzeuge in ihre Modellpalette aufnehmen. Damit können sie den durchschnittlichen Verbrauch ihrer meist PS-starken und schweren Limousinen-Flotten gemäß den Vorgaben der EU senken.

Der Abschied vom klassischen Verbrennungsmotor ist freilich noch lange nicht in Sicht. Alternative Antriebe – Elektro-, Hybrid- oder Erdgasfahrzeuge – bleiben Nischenprodukte, wie Ferdinand Dudenhöffer analysiert. 98,5 Prozent aller deutschen Neuzulassungen im ersten Halbjahr hätten einen Benzin- oder Dieselmotor gehabt. „Von der Umsetzung einer Strategie zu alternativen Antrieben ist man in der Bundesrepublik noch Lichtjahre entfernt.“ Henrik Mortsiefer

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