Wirtschaft : Wer wird der nächste Fusions-Kandidat sein?

and/fs/pbs/tik/hus

Ist die Telekom der nächste Übernahmekandidat oder der nächste Aufkäufer? Die Analysten sind da uneins. Doch alle sind überzeugt, dass der Deal Vodafone/Mannesmann nicht der letzte war. Unklarheit herrscht noch über die Bewertung der Verhandlungen. Im Zuge der sich abzeichnenden freundlichen Einigung fuhren die Aktien beider Kontrahenten einen Zickzack-Kurs. Vodafone verlor fast 10 Prozent, Mannesmann zeitweise sogar mehr als 15 Prozent. Beide Papiere konnten sich später aber von ihren Tiefs leicht erholen.

Doch wer wird der Nächste sein? Die Deutsche Telekom steht jetzt im Mittelpunkt der Spekulationen der Analysten. In London kursieren seit längerem Gerüchte, denen zufolge sich Ron Sommer für Cable & Wireless interessiert. Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin sieht in den Börsengängen von T-Online und T-Mobil die Hoffnung der Deutschen Telekom, eine "Währung" für Akquisitionen (per Aktientausch) aufzubauen. Wenn es der Telekom nicht gelinge, im ersten Halbjahr einen Partner zu finden, gerate sie selbst in Gefahr, übernommen zu werden. Wenn der Bund im Sommer seine Anteile verkaufe, falle schließlich endgültig der Schutz des "großen Bruders" weg.

Für die Deutsche Telekom wäre jetzt vor allem ein Standbein in den USA wichtig. Ein geeigneter Partner sei Equant, die Telekommunikations-Dienstleistungen für Firmenkunden anbieten. Auch die US-Firma Global Crossing nennt Kitz. In Europa gehören Analysten zufolge Telecom Italia und die britische Colt zu den Übernahmekandidaten, aber auch Mobilcom und Swisscom stünden im Visier. Wiederum müsse sich Ron Sommer hüten, nicht von MCI Worldcom oder SBC Communication übernommen zu werden, die dringend ein Standbein in Europa suchten. Cesar Brian, Manager des Gabelli International Growth Funds in New York, stimmt dem zu und befürwortet die Einigung, die er für überfällig hält. "Europa braucht große überregionale Telefonmärkte, sonst kommen die Amerikaner und übernehmen das meiste", glaubt Brian. Rembert Schneider von der Fondsgesellschaft Deka hält dagegen die Annahme, dass die amerikanischen Telekom-Firmen in Europa auf Einkaufstour gehen, für unwahrscheinlich: "Schauen Sie sich doch die Marktkapitalisierung von Mannesmann an. Sie übersteigt die von MCI-Worldcom." Eher seien US-Unternehmen selbst Übernahmekandidaten. Dazu gehöre zum Beispiel Bell South. Bernhard Langer, Investment Direktor Deutschland von Invesco, bringt es auf einen Nenner: Jeder, der keine Marktkapitalisierung im dreistelligen Bereich hat und im Dreieck Internet-Mobilfunk-Festnetz nur ein Standbein besitze, sei ein Kandidat.

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