Wirtschaft : Werben für Berlin – jetzt mit einer Stimme

Wirtschaftsförderung und Marketing fusionieren

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Berlin Ab Juli soll eine neue Gesellschaft für Berlin als Wirtschaftsstandort werben. Die bisherige Wirtschaftsförderung Berlin International (WFBI) und die für Standortmarketing zuständigen Partner für Berlin (PfB) fusionieren dann zur neuen Berlin Partner GmbH. „Damit bündeln wir unsere Kräfte und schaffen schlagkräftigere und übersichtlichere Strukturen im Standortmarketing für Berlin“, sagte Wirtschaftssenator Harald Wolf am Freitag. Berlin Partner wird 75 Mitarbeiter beschäftigen und hat ein Budget von rund 15 Millionen Euro jährlich.

Alle Beteiligten betonten die für eine Standortmarketing-Gesellschaft ungewöhnliche Struktur der neuen GmbH, die auf der bisherigen Gesellschaft Partner für Berlin aufbaut: Auch die neuen Berlin Partner sind eine so genannte Public Private Partnership (PPP), die von der öffentlichen Hand und privaten Unternehmen finanziert wird. „55 Prozent der Anteile liegen bei privaten Gesellschaftern, ein in Deutschland bisher einmaliges Modell“, sagte Friedrich-Leopold von Stechow, bisheriger Geschäftsführer von PfB. 45 Prozent der Anteile soll die Investitionsbank Berlin halten.

Der frühere Daimler-Chrysler-Manager und Präsident von Mitsubishi Motors, Rolf Eckrodt, übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrates und soll, wie bisher im Aufsichtsrat der WFBI, seine weit reichenden internationalen Kontakte für den Standort nutzen. „Wenn Berlin nicht läuft, hat auch Deutschland ein Problem“, sagte Eckrodt. Weiche Standortfaktoren wie Kultur und Wissenschaft dürften nicht zurückgefahren werden. „Berlin darf keine Fehler machen“, mahnte Eckrodt. Pläne der SPD, in Berlin eine Einheitsschule einzuführen, müssten „gut durchdacht“ sein.

Die Geschäftsführung der Berlin Partner teilen sich zunächst WFBI-Chef Roland Engels und von Stechow. Dessen Vertrag läuft jedoch zum Ende des Jahres aus. Er wolle sich künftig auf seine vielfältigen Tätigkeiten unter anderem an der Humboldt-Universität und in Vereinen wie der Freunde der Museumsinsel oder des Deutschen Theaters konzentrieren. Ab 2006 wird Berlin Partner von Geschäftsführer Engels allein geführt.

In Zukunft wollen die Berlin-Werber stärker mit ihren Kollegen von der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) zusammenarbeiten. Dafür sorgt der Potsdamer Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns im Aufsichtsrat der Berlin Partner. Harald Wolf wird im Gegenzug Aufsichtsratsmitglied bei der ZAB.avi/sib

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